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  • Kritik: Hongkongs berühmtester Regisseur Wong drehte "Happy Together"

    Frankfurt/M (AP) "Happy Together" sind Lai Yiu-Fai und Ho Po-Wing nur am Anfang des Films, der das homosexuelle Paar aus Hongkong in wilder Leidenschaft zeigt. Zu schwarz-weißen Bildern erzählt Lai seine Erinnerungen an den Beginn ihrer gemeinsamen Reise nach Argentinien. Lange vor ihrem Ziel, den überwältigenden Wasserfällen von Devil's Gorge, zerstreiten sie sich, und Ho verläßt Lai. Als er schließlich zu ihm zurückkehrt, müssen beide leiden bei der Erfahrung, daß ihre Art zu lieben den anderen zerstört.

    Der neue Film von Hongkongs experimentierfreudigem Regisseur Wong Kar-Wai, der vor drei Jahren mit "Chungking Express" seinen größten internationalen Erfolg verbuchte, kommt am Donnerstag in die deutschen Kinos. Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Cannes bekam der 39jährige für "Happy Together" den Preis für die beste Regie.

    Kameramann Christopher Doyle hat Bilder von starker Suggestivkraft geschaffen. Sie zeigen eine trostlose Welt, in der Lai arbeitet und wohnt. Als Türsteher einer Tangobar muß er mitansehen, wie Ho als Stricher Männer in teuren Autos begleitet. Dann taucht sein Exfreund bei ihm in der Wohnung auf; Schläger haben ihn übel zugerichtet. Lai nimmt ihn auf, pflegt und versorgt ihn, wehrt Hos Werben aber lange ab.

    Doch irgendwann bricht sein Widerstand. Bald spielt sich die alte Rollenverteilung wieder ein: Lai versucht verzweifelt, den Freund zu halten, aber Lo erträgt die Enge der Beziehung nicht. Lai beginnt eine neue Arbeit in der Küche eines chinesischen Restaurants. Dort freundet er sich mit Chang an, einem jungen Taiwanesen, der ihm hilft, endlich aus der Verstrickung herauszukommen.

    Die Auseinandersetzung des unglücklichen Paars kommt über weite Strecken ohne Dialog aus. Die Schauspieler agieren mit beeindruckende Authentizität. Leslie Cheung (Ho) spielte unter anderen in "Lebewohl meine Konkubine" mit, Tony Leung (Lai) erhielt Darstellerpreise für "Chungking Express".

    Die Bilder des aus Australien stammenden Kameramanns Doyle erzählen von beklemmender Einsamkeit, Melancholie und Sehnsucht. Sein fünfter Film unter Wongs Regie entstand offenbar nach einer unkonventionellen Methode: "Wong sagt, daß er erst beim Schnitt des Films herausfindet, was einige Szenen, die wir gedreht haben, bedeuten", berichtete Doyle in der englischen Zeitschrift "Sight and Sound". "Wir wußten wirklich nicht, was gewisse Details oder Farben oder Handlungen bedeuten, als wir sie fotografierten."

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