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  • Kritik: Hongkong trifft Hip-Hop

    Hiphop aus den USA und Kampfkunst aus Hongkong ergeben eine explosive Mischung. Zumindest bei Regisseur Andrzej Bartkowiak. Dazu kommen im Nahkampf ausgebildete schöne Frauen, luxuriöse Sportwagen und mysteriöse schwarze Diamanten, auf die es gleich mehrere rivalisierende Bösewichter abgesehen haben - fertig ist das Gerüst des Action-Thrillers "Born 2 Die".

    In dem mit Zweikämpfen, Materialschlachten und haarsträubenden Stunts überfrachteten Streifen treffen wieder Hiphop-Barde DMX und Kick-Box-Champion Jet Li aufeinander, die bereits in "Romeo must die" zu sehen waren. DMX spielt den Meisterdieb Tony Fait, der mit seinem Team die Klunker aus einem Banktresor klaut. Dicht auf den Fersen ist ihnen der taiwanesische Regierungsagent Su (Jet Li). Der will nicht nur die Steine in seinen Besitz bringen, sondern auch seinen ehemaligen Partner, den Oberschurken Ling (Mark Dacascos), ausschalten. Schließlich geht es um das übergeordnete nationale Interesse des ostasiatischen Inselstaats - denn jeder einzelne Diamant birgt das Vielfache an Sprengkraft einer herkömmlichen Atomwaffe.

    Blaue Flecken kennen unsere Helden nicht

    Fait deponiert die mysteriösen Steine bei seinem Hehler Archie (Tom Arnold), wovon aber ein mächtiger Gangsterboss (Chi McBride) erfährt. Und Ling hat inzwischen Faits kleine Tochter gekidnappt. So bleibt dem liebenden Vater keine andere Wahl, als mit dem undurchsichtigen Su zu kooperieren. Bis zum Showdown liefern sich die gegnerischen Gruppen wilde Verfolgungsjagden und brutale Kung-Fu-Kämpfe. Su schaltet mit seiner überragenden Kampfkunst einen Feind nach dem anderen aus, und übersteht auch ein "Ultimate Fighting" ohne einen blauen Fleck: In einem von tobenden Zuschauern umgebenen Ring besiegt er mehrere Kämpfer, die gleichzeitig gegen ihn antreten. Auch Fait erweist sich - mit einer Mischung aus Hiphop und Kung Fu - als virtuoser Streetfighter.

    Ein Film für die niederen Instinkte

    Regisseur Bartkowiak will die Ästhetik ostasiatischer Kampfkünste zelebrieren, bedient aber nur niedere Gewaltinstinkte. Weder markige Sprüche nach der Manier von Eddie Murphy noch die witzigen Szenen des Films können die Dominanz der mit äußerster Brutalität ausgetragenen Schlägereien entkräften. Hiphop und Kampfkünste werden auf ein martialisches Niveau reduziert.

    Michael Winckler, ddp

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