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  • Kritik: Holly Hunter wird

    Am Anfang war der Kuß, und der Kuß war der Anfang: Der Kuß eines Fremden erweckt die frustrierte 40jährige Judith Nelson (Holly Hunter) zu neuem Leben.

    Ein Kuß im Halbdunkel, der gar nicht ihr galt, verändert ihr Leben. In seinem Regiedebüt "Wachgeküßt" zeigt der erfolgreiche Drehbuchautor Richard LaGravenese ("Der Pferdeflüsterer"), wie die gut situierte, aber einsame, geschiedene Judith lernt, durch die Kraft zwischenmenschlicher Beziehungen zu sich selbst zu finden.

    Von ihrem Mann, einem New Yorker Arzt, wegen einer jüngeren Frau verlassen, kämpft sie anfangs in ihrer Luxuswohnung gegen die Leere und die Erinnerung an verpaßte Träume und Hoffnungen. Bis zu jenem Abend, jenem Kuß, als ein Mann sie im Schummerlicht einer Bar mit seiner Geliebten verwechselt.

    Nach dem ungeplanten Bar-Abenteuer entdeckt Judith plötzlich den Aufzugfahrer Pat (Danny de Vito): Hundertmal ist sie schon neben ihm im Fahrstuhl in die oberste Etage ihres Wohnhauses gefahren, ohne ihn wahrzunehmen. Jetzt erst hat sie einen Blick für ihn. Wie sie hat Pat schwere Zeiten hinter sich, wie sie träumt er von einem Neuanfang jenseits seines unscheinbaren Jobs. Die beiden freunden sich schnell an, verquatschen - zum Entsetzen der anderen Mieter - ganze Nächte in ihrem Appartment oder in seinem schmuddelig-engen Aufenthaltsraum. Ermutigt durch diesen Neuanfang, öffnet sich Judith auch für andere Menschen. In der Bar, in der sie zuvor so unverhofft "wachgeküßt" wurde, befreundet sie sich schließlich mit der schwarzen Jazzsängerin Liz (Queen Latifah - Foto re).

    "Durch Pat und Liz begreift Judith, daß sie nicht die einzige auf der Welt ist, die sich einsam fühlt oder sich etwas vormacht", meint Oscar-Preisträgerin Holly Hunter. Für die 40jährige Darstellerin war Judith einer der faszinierendsten Charaktere, die sie neben ihrer Hauptrolle in "Das Piano" gespielt hat. "Nach ihren leidvollen Erfahrungen in einer Partnerschaft schließt diese starke und zugleich verletzliche Frau Frieden mit sich selbst - auch ohne Mann", sagt Holly Hunter.

    LaGravenese war für sein erstes Originaldrehbuch "König der Fischer" schon einmal für einen Oscar nominiert. Die ebenfalls von ihm geschriebene Story "Wachgeküßt" lockte ihn nun zum Wechsel ins Regiefach: "Ich wollte eine sehr persönliche Geschichte erzählen", sagt er. "Judith war in ihrer Jugend eine wilde Frau mit einem freien Geist. Das alles hat sie aufgeben, um einen Arzt zu heiraten. Nach der Scheidung wacht sie auf und findet zu sich selbst zurück."

    Die sanfte, märchenhafte Komödie hat neben Judith, Pat und Liz noch einen weiteren Star: die Musik. "So wie Musik in unserem Leben eine Rolle spielt, so ist sie auch für das Leben der Filmcharaktere wichtig", sagt der Regisseur. Allein die Interpretationen der Jazz- Songs durch die bekannte Rap-Sängerin Queen Latifah sind den Gang ins Kino wert.

    Bettina Weiguny, dpa

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