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  • Kritik: Hoffmans Kinofassung von Shakespeare

    Goethe wurde jüngst anlässlich seines 250. Geburtstags gefeiert, doch weit lebendiger ist der viel ältere Dichterkollege William Shakespeare. Jedenfalls im gegenwärtigen Kino ist das so, wovon nicht zuletzt der Start der neuen Shakespeare-Verfilmung "Ein Sommernachtstraum" am 21. Oktober kündet.

    Der amerikanische Regisseur und Drehbuchautor Michael Hoffman hat den berühmten Stoff des großen Briten mit opulentem Kulissenaufwand und bekannten Stars wie Kevin Kline und Michelle Pfeiffer in eine romantische Leinwand-Komödie mit vielen zauberhaften und fantasiesatten Momenten verwandelt.

    Dabei hat der Regisseur die Handlung räumlich wie zeitlich verändert, denn in seiner Version spielen sich die Irrungen und Wirrungen liebessüchtiger Paare in der Toskana des ausgehenden 19. Jahrhunderts ab. Das hat durchaus seinen Reiz, denn eine der schönsten Landschaften dieser Erde als Hintergrund zu haben, hat noch keinem Film geschadet, etlichen aber auch wenig genutzt. Zu denen zählt diese Shakespeare-Adaption jedoch nicht, denn sie bezieht durchaus einen Charme daraus, dass sich die Attraktivität der Kulisse verbindet mit derjenigen der jugendfrischen Darsteller in den Rollen von Hermia, Helena, Lysander und Demetrius.

    Die Handlung, die sich weitgehend an Shakespeares im englischen Sprachraum konkurrenzlos populäre Vorlage hält, verquickt drei Ebenen miteinander: Da ist einmal Hermia (Anna Friel), die gegen den Willen ihres Vaters nicht Demetrius (Christian Bale) heiraten will, sondern Lysander (Dominic West) und mit diesem in den Wald flieht. Doch Hermias Freundin Helena, bemerkenswert gespielt von der begabten Calista Flockhart ("Ally McBeal"), hat ein Auge auf Demetrius geworfen und folgt mit diesem den Liebenden. Im Zauberwald des Elfenreichs geraten die jungen Leute unter den geheimen Einfluss von König Oberon und dessen gehörntem Getreuen Puck.

    Derweil vergnügt sich die von der zarten Schönheit Michelle Pfeiffers ideal verkörperte Elfenkönigin Titania mit dem so eitlen wie unbegabten Amateurmimen Nick Bottom, den Kevin Kline mit sichtlicher Lust am Spiel eigene Kontur gibt.

    Hoffman hat den Film in der Toskana und den Studios von Cinecitta nahe Roms gedreht. Bühnen- und Kostümbildner haben hervorragende Arbeit geleistet, der Film ist ein Augenschmaus. Gewiss sind die amourösen Verwicklungen ohne jeden Stachel für heutige Betrachter, man schaut dem bunten Treiben doch etwas distanziert zu. Wen das nicht stört, kann an Hoffmans "Sommernachtstraum" jene Freude haben, die Shakespeares Stück seit Jahrhunderten schenkt.

    Wolfgang Hübner, AP

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