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  • Kritik: Hochkarätige Besetzung in ausgeklügelter Geschichte

    Frankfurt/Main - Sam Lombardo ist ein Highschool-Lehrer, für den alle Studentinnen schwärmen: Kompetent, attraktiv, sportlich, kurzum der geborene Herzensbrecher. Lombardos Pech ist es nur, daß er unter Floridas heißer Sonne in besonderer Weise die Begierde der so hübschen wie durchtriebenen Kelly erweckt. Kelly behauptet nämlich, Lombardo habe sie brutal vergewaltigt. Sehr plausibel erscheint das nicht mal dem Polizisten Ray Duquette und seinen Kollegen. Doch es wird eng für den Beschuldigten, als auch die junge Suzie diesen Vorwurf gegen Lombardo erhebt.

    Der verliert seinen Job, heuert einen schrulligen Anwalt namens Ken Bowden an und muß sich vor Gericht verantworten. Bowden erweist sich als unerwartet gerissener Verteidiger, der Lombardo nicht nur herauspaukt, sondern ihm auch noch einen millionenschweren Schadensersatz für die Rufschädigung erstreitet. Das alles würde für einen 90-Minuten-Film vollkommen reichen. Doch bei John Mc Naughtons ab 20. August in den deutschen Kinos anlaufendem Hollywoodstreifen "Wild Things" ist da erst Halbzeit in den 113 Minuten Laufzeit. Nach dieser jagt eine verblüffende Wendung die nächste, selbst der Nachspann hält für den vom Verwirrspiel auf der Leinwand reichlich erschöpften Zuschauer noch neue Überraschungen parat.

    Immerhin kommt so, und das ist ja positiv, nie Langeweile auf. Zumal der für amerikanische Verhältnisse sexuell recht freizügig gehaltene Thriller glänzend besetzt ist: Mädchenschwarm Matt Dillon als Lehrer Lombardo dürfte an jeder Schule für Furore sorgen; die wohlgeformte Denise Richards hat die richtige Mischung von Puppencharme und früher Verderbtheit; die neue "Horror-Queen" Neve Campbell mimt wacker ein faules Früchtchen aus der Vorstadt; Komiker-As Bill Murray ist absolut hinreißend als Anwalt; Kevin Bacon agiert schön fies als Polizist mit abgründigen Neigungen. Drehbuchautor Stephen Peters hat sich wirklich eine Menge einfallen lassen, Regisseur McNaughton hat es durchaus gekonnt in Szene gesetzt.

    Die renommierte New York Times warnte auf die ironische Art vor "Wild Things" und betrieb damit natürlich prächtige Werbung: "Der Film beinhaltet vulgäre Sprache, Drogengebrauch, verschiedene sexuelle Situationen, männliche frontale Nacktheit und grausamen Gewaltakt". Es fehlt also an fast keiner der Attraktionen des heutigen Kinos für die Massen und die Kassen. Was dem Film allerdings fehlt, sind Leidenschaften, die seine Akteure und ihre Taten glaubwürdig machen könnten, sind kleine Irritationen in den Gesichtern und Herzen seiner Figuren statt dramaturgischer Zaubertricks. "Wild Things" ist in mancher Beziehung ein gut gelungener, aber erschreckend seelenloser Film.

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    Bettina Tollkamp

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