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  • Kritik: Hochkarätig besetzte Satire

    In Hillside scheint den ganzen Tag die Sonne, das Gras ist so grün wie nirgendwo, und die Menschen sind glücklich - wenn sie denn ihre Pillen bekommen. Diese kalifornische Bilderbuchvorstadt funktioniert nur, weil genügend Psychopharmaka in Umlauf sind.

    Ein schön verpackter Albtraum, bevölkert von dauerlächelnden Erwachsenen und früh vergreisten Jugendlichen, die ihren Gameboy mit der Realität verwechseln. Aber irgendwann helfen auch die buntesten Pillen nicht mehr, der Schüler und Drogendealer Troy begeht Selbstmord, und sein bester Freund Dean (Jamie Bell, «Billy Elliot») erwacht langsam und schmerzhaft aus dem süßen Dämmerzustand.

    Regie-Newcomer Arie Posin hat mit «Glück in kleinen Dosen» eine hochkarätig besetzte, kurzweilige, bisweilen sehr böse Satire auf typisch amerikanische Vorstädte und Lebensformen inszeniert - mit vielen treffenden Seitenhieben, einigen Längen, einem unglücklichen deutschen Verleihtitel und sehenswerten Schauspielern. Auf dem Sundance Festival 2006 wurde «The Chumscrubber», so der Originaltitel von Posins Regiedebüt, sehr positiv aufgenommen und mit Richard Kellys Kultfilm «Donnie Darko» (2001) verglichen.

    Der Wahnsinn hat Methode in Hillside, und Protagonist Dean benötigt einige Zeit, um hinter die psychedelisch-bunte Fassade zu blicken. Bisweilen erscheint er wie ein Außerirdischer in dieser komplett durchgedrehten Gute-Laune-Hölle. Sein stocksteifer, maßlos eitler Vater Bill (William Fichtner) denkt nur an seine Karriere als Ratgeber-Autor, die Mutter backt den ganzen Tag Pfannkuchen, der kleine Bruder hockt vor der Glotze. Dean bekommt Ärger, weil die Drogen nach Troys Tod knapp werden. Er soll Nachschub beschaffen. Mit einer bizarren Entführung machen die Junkies von der Schule Druck. Und es kommt noch doller.

    Die Trauerfeier für Troy wird zum Entsetzen seiner Mutter (Glenn Close) dank verbotener Substanzen im Gemüseauflauf zur Lachnummer, bei der völlig enthemmte Erwachsene übereinander herfallen. Der attraktive Bürgermeister Michael Ebbs (Ralph Fiennes) hatte bereits früher einen Dachschaden, träumt seitdem von Delfinen und wird von Frauen umschwärmt. Gaga sind eigentlich alle in dieser respektlosen Satire.

    Von Johannes von der Gathen, dpa

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