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  • Kritik: HipHopKino mit ernster Note

    Rund drei Jahre hat Craig Brewer als Neuling unter den amerikanischen Filmemachern gebraucht, um die Finanzierung für den Film «Hustle Flow» auf die Beine zu stellen.

    Wenn dieser auf den ersten Blick unscheinbare Streifen am 17. November in die Kinos kommt, werden nicht nur Fans von HipHop und großen Musikfilmen aufhorchen. Vor allem können Cineasten eine echte Überraschung in diesem Kinoherbst erleben.

    «Hustle Flow» erzählt die Story des hartgesottenen Zuhälters DJay (Terrence Howard), der bei allem rauen Geschäftsgebaren einen weichen Kern hat. Der wortgewandte schwarze Drogendealer will sich nicht abfinden mit seinem Leben am Rande der Gesellschaft. Der Mann aus Memphis, der Heimat von Elvis Presley, liebt den Rap, dessen Unterform Crunk und den Star der Szene: Skinny Black, der es im Gegensatz zu ihm weit gebracht hat.

    Zu Beginn der 116 kurzweiligen Kinominuten philosophiert DJay in seinem Auto lange und teils derb mit der Hure Nola, verkörpert von der Musikerin Taryn Manning. Einige kennen sie noch aus dem Film «8 Mile» als Ex-Freundin von Eminem - sie lieferte damals auch den Song «Wastin' My Time» für den Soundtrack.

    Aber dieser Film ist anders als «8 Mile», wenn auch die Geschichte vom Traum, ein großer Musiker zu werden, es allen zu zeigen, und vom Verbrecher mit den menschlichen Seiten nicht neu ist. Es gibt kein Staraufgebot in diesem angeblich 400 000-Dollar-Dreh, stattdessen aber viele unverbrauchte und starke Gesichter wie das von Howard («Ray») und Taraji P. Henson. Sie stellt mit eindringlicher Mimik Shug dar, eine Schwangere und eine von drei Frauen in DJays Haus. Shug und Nola glauben an DJay, beide lieben ihn, und er liebt sie, die weiße Nola wie eine Schwester, Shug wie eine Frau.

    Eines Tages trifft DJay seinen alten Schulfreund Key (Anthony Anderson) in einem Laden, in dem er sich Drogen besorgt. Der übergewichtige Kumpel mit biederem Haus und schöner Frau macht das, wovon DJay träumt: Musik. Die beiden tun sich zusammen, kaufen Technik, für die auch Nola ihren Körper feilbieten muss. Regisseur und Autor Brewer übt keine übertriebene Sozialkritik, er bildet ab und hat den Kinobesuchern mit teils schonungslosen Nahaufnahmen - auch nackter Hinterteile - eine Altersbeschränkung von 12 Jahren eingehandelt.

    Brewer stimmt die unterschiedlichen Temperamente aufeinander ab. Ihm gelingen mit Hilfe professioneller Musiker einige hinreißende Szenen der Akteure in ihrem selbst gebauten Musikstudio. DJay findet seinen «Flow», das richtige Zusammenspiel von Musik- und Sprechrhythmus mit seinen Texten. Nicht nur Shug ist gerührt von ihrem Gesangsdebüt: Auch wer Rap nicht mag, singt und summt später die eigens für den Film gemachte Musik nach. Beim Sundance Film Festival gewann «Hustle and Flow» den Kamera- und den Publikumspreis.

    Die aggressiven und direkten Songs stammen teils von jungen Künstlern, die Genregrenzen aufbrechen. Um etwas über das Leben auf der Straße zu lernen, verbrachte Schauspieler Howard, wie er sagt, einige Zeit mit Juicy J von der bekannten Crunk-Gruppe Three 6 Mafia aus Memphis. In der Kinogeschichte stellt DJay ein Demoband zusammen und hofft darauf, das ihm sein Idol Skinny Black zum Durchbruch verhelfen kann. Doch der vertrottelte Musiker, gespielt von Rap-Superstar Chris «Ludacris» Bridges, schmeißt das Band ins Klo. DJay, verzweifelt, greift zur Waffe und landet im Gefängnis. Dort wird er zur Legende.

    dpa

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