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  • Kritik: Heulende Motoren und scharfe Kurven

    Ein Ex-Cop mit unsauberer Weste und unstillbarer Lust am Rasen erhält die einmalige Chance zur Rehabilitierung. Wenn es ihm - getarnt als pfeilschneller Kurier - gelingt, in Miami einen Geldwäscher-Boss zu überführen, werden seine Vergehen in der Polizeiakte gelöscht.

    Unterlegt mit ohrenbetäubendem Soundtrack und penetrantem Motorengeheul liefert US-Regisseur John Singleton mit "2 Fast 2 Furious" im schicken "Miami Vice"-Milieu Adrenalinkino pur, das vor allem junge Männer vor die Leinwände locken dürfte.

    Erster Teil spielte überraschende 145 Millionen Dollar ein

    Der strebsame Polizist Brian (Paul Walker) hat bei Ermittlungen zu illegalen Straßenrennen in Los Angeles so viel Raserluft geschnuppert, dass er den Bandenführer laufen ließ und seinen Job quittieren musste. Nun schlägt er sich in Miami selbst mit illegalen Rennen durch. Als die Polizei ihn schnappt, bekommt er eine letzte Chance. Die Ermittler wollen ihn als Fahrer bei dem Geschäftsmann Carter einschleusen, der seine Import-Export-Firma zur Drogengeldwäsche nutzt und nebenbei an illegalen Rennen teilnimmt. Brian stimmt unter der Bedingung zu, dass ihm sein alter Kumpel und Ex-Sträfling Roman (Tyrese) hilft. Doch dann verguckt sich der Ex-Cop in Carters attraktive Geliebte Monica (Eva Mendes), die eigentlich eine Undercover-Agentin der Zollbehörde ist.

    Allein in den US-Kinos spielte der erste Raserfilm "The Fast And the Furious" von Rob Cohen vor zwei Jahren sensationelle 145 Millionen Dollar ein. Der erfahrene Regisseur Singleton ("Boyz' N the Hood") verlegte nun den Schauplatz der illegalen Rennen mit aufgerüsteten Importwagen von L. A. nach Miami. Zugleich reicherte er den Plot der Auftragsarbeit mit ernsthaften Krimi-Elementen an und sorgte für dramatische Verdichtungen jenseits des Effekte-Kinos.

    Keine schauspielerische Herausforderung

    So schmalbrüstig die Story mit ihren eklatanten Glaubwürdigkeitslöchern und so schematisch die Figuren gleichwohl bleiben, so atemberaubend sind auch diesmal die Stunts ausgefallen, von den riskanten Verfolgungsjagden ganz zu schweigen. Der Schrottfaktor, der sich nach der Zahl der gecrashten Flitzer bemisst, wurde ebenfalls gesteigert. Intelligente Dialoge liefern aber auch diesmal weder die Bösewichter noch die vielen frivolen Bikini-Bunnys, die wie bei den Formel-1-Rennen die Großstadt-Raser umschwärmen.

    Wegen der Oberflächlichkeit der Konflikte müssen die jungen und zumeist durchweg attraktiven Hauptdarsteller wie Eva Mendes und Tyrese keine größeren schauspielerischen Aufgaben meistern. Walkers Gegenspieler aus dem ersten Teil, Vin Diesel - der nach dem Aufstieg zum Action-Star in dem Kinokracher "XXX" beim Raser-Sequel abwinkte - vermisst man übrigens dank der Leinwandpräsenz von Tyrese und der tragfähigen Kumpelbeziehung der Protagonisten Brian und Roman nicht.

    Vor Nachahmungen wird gewarnt

    Wie schon Cohen in "The Fast And the Furious" recycelt auch Singleton für seine aufwändige B-Picture-Inszenierung mit A-Picture-Appeal etliche Elemente populärer Kinogenres von James Deans Klassiker "...denn sie wissen nicht, was sie tun" über einschlägige Autofilme der fünfziger Jahre bis zum Neo-Western. Da illegale Autorennen zumindest in den USA noch immer ein soziales Problem sind, darf natürlich am Filmende die Warnung vor Nachahmungstätern nicht fehlen.

    Reinhard Kleber, ddp

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