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  • Kritik: Heldenhafte Schwimmaction mit Costner und Kutcher

    Das amerikanische Kino feiert die Helden des Alltags: Auf Oliver Stones «World Trade Center» über zwei verschüttete Polizisten folgt nun das actionreiche Porträt «The Guardian - Jede Sekunde zählt» über die Rettungsschwimmer der US-Küstenwache.

    Kevin Costner und Ashton Kutcher finden hier als legendärer Superretter Ben Randall und junger Heißsporn Jake Fischer zueinander. Ihre reibungsvolle Lehrer-Schüler-Beziehung entwickelt sich zu einem Vater-Sohn-Bund. Regisseur Andrew Davis («Auf der Flucht») hat dieses Actiondrama in Szene gesetzt, mit manchen Gefühlswellen bei hohem Seegang. Der Film trieft vor Heroismus und mündet in ein esoterisch verkitschtes Finale.

    Inspiriert von den Folgen des Hurrikans «Katrina» schildert «The Guardian» wie schon «World Trade Center» Katastrophengeschehen nicht aus Sicht ziviler Opfer, sondern der uniformierten und todesmutigen Retter. «Ich wollte herausstellen, welchen physischen, psychischen und emotionalen Tribut dieser Beruf einfordert», sagt Drehbuchautor Ron L. Brinkerhoff. Er habe vor allem diese bisher vielen unbekannte Einheit vorstellen wollen, die - anders als der Rest des Militärs - auf das Retten von Menschenleben spezialisiert ist.

    Am Anfang und Ende dieser effektreichen und mehr als zweistündigen Story kämpfen Schiffbrüchige im tosenden Wasser um ihr Leben, als dann immer wieder aus dem Nichts der Rettungshubschrauber naht. Eine mörderische Welle im tosenden Sturm zermalmt in der Eingangssequenz ein Boot. Ben, der so viele Menschenleben wie sonst keiner gerettet hat, springt vom Hubschrauber zu den Ertrinkenden, als kurz darauf der Helikopter an einer neuen Welle zerschellt und in Flammen aufgeht. Nur Ben kommt mit dem Leben davon.

    Doch statt nach diesem schweren Trauma nun ruhiger zu treten, sein verkorkstes Leben mit seiner vereinsamten Noch-Ehefrau und seine körperlichen Gebrechen in den Griff zu bekommen, stürzt er sich in eine neue Aufgabe. Er heuert an als Ausbilder in der Eliteschule für angehende Rettungsschwimmer. Unter ihnen ist auch der selbstverliebte und brillante Athlet Jake Fischer, dargestellt von Teenie-Liebling Kutcher. Das Ex-Model gewinnt an der Seite des Hollywood-Veterans Costner («Der mit dem Wolf tanzt») dabei als Schauspieler deutlich an Profil.

    In dem weniger temporeichen Mittelteil plätschert der Film im Swimmingpool vor sich hin. Hier bringt Ben den oft auch im Wasser bekleideten Rekruten mit umstrittenen Methoden bei, dass es auf mehr ankommt, als Schwimmrekorde zu brechen. «Dasein, damit andere leben können» ist das Motto der Einheit, eine Lektion, die der rebellische Jake schmerzhaft lernen muss. Der Alltag im Trainingscamp dreht sich um Teamgeist, um die Rolle und Ängste von Frauen im Leben der Retter und um Gewalt in dieser militärischen Welt. In den Nebenrollen stechen Neal McDonough als Bens kritischer Co-Trainer und Melissa Sagemiller als Jakes kühle, aber kluge Freundin mit einer ganz eigenen Kraft und mit Pfiff heraus.

    Als Jake, nun erwachsen geworden, seine Ausbildung mit Bravour abschließt, wechselt die Handlung wieder brachial in den bitteren Retteralltag mit wunderbar inszenierten Bildern der rauen Beringsee, karstigen Klippen Alaskas und Monsterwellen. Wo jetzt Jake seine Erfüllung findet, ist Ben, sein Lehrer, wegen seiner Albträume zum Scheitern verurteilt. Er gibt endlich auf, doch auch seine Ehe ist nicht mehr zu retten. Als ihm nichts mehr bleibt, er dann doch noch ein letztes Mal ausrückt, um Jake, den Sohn, den er nie hatte, aus einer Bootskajüte vor dem Ertrinken zu retten, ist auch sein Ende nah und er wird zur Gott ähnlichen Figur verklärt.

    Ulf Mauder, dpa

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