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  • Kritik: Heiße Luft und tote Drachen

    Wer hier eine einfühlsame Abhandlung über die Erderwärmung erwartet, sitzt eindeutig im falschem Film: "Die Herrschaft des Feuers" ist ein beinharter Actionstreifen, der vom drohenden Untergang unseres Planeten erzählt.

    Im Stil vom "Mad Max 2" und "Terminator" kämpfen wortkarge Helden gegen scheinbar unbesiegbare Gegner, diesmal sind es riesige Napalm-speiende Drachen, die alles Irdische in Brand stecken.

    Die Handlung des Films ist unkompliziert: Der zwölfjährige Quinn begleitet seine Mutter, eine Bauingenieurin, zur Arbeit in einem Londoner U-Bahn Schacht und macht dabei eine wahrhaft "heiße" Entdeckung. Er weckt ein feuerspuckendes Ungeheuer aus dem Tiefschlaf und löst dabei unversehens eine Katastrophe aus. Jahrzehnte später liegt alles in Schutt und Asche und die gefährlichen Kreaturen haben die Herrschaft über den ganzen Globus übernommen.

    Quinn (Christian Bale), bekannt aus "American Psycho", ist inzwischen 32 Jahre alt und fühlt sich verantwortlich für den kleinen Rest der Menschheit. Die wenigen Inferno-Überlebende bewohnen ein feuerfestes Schloss im Nordengland. Sie haben sich offenbar mit ihren Schicksal abgefunden, langsam ausgerottet zu werden. Plötzlich kreuzt der Soldat Denton Van Zan (Matthew McConaughey aus "Amistad - das Sklavenschiff") mit einigen Überlebenden der einstigen Weltmacht Amerika auf. Er hat einen genialen Plan, Quinn traut ihm aber zunächst nicht über den Weg.

    Van Zan, eine Zigarrenstummel kauende Karikatur des amerikanischen Generals George Patton, hat jedoch die zündende Idee: Alle Drachen außer einem sind weiblich, also rein evolutionstechnisch gesehen muss man nur den Drachenkerl umbringen, um dem ganzen Spuk ein Ende zu machen. Über die Methoden sind die beiden Männer zuerst uneins, schließlich setzt sich aber Quinn durch.

    Regisseur Bob Bowman (Akte X) hat seinen Film mit opulenten Bildern und gewaltigen Spezialeffekten umgesetzt - bei der spektakulären Helikopter-Drachenjagd pochen die Herzen aller Zuschauer - aber so richtig Furcht erregend sind die Biester erst beim Showdown im zerstörten London. Etwas mehr Humor hätte dem Film gut getan und die einzige weibliche Figur, eine Hubschrauberpilotin (Izabella Scorupco), wird nur oberflächlich behandelt. Anscheinend kann nicht einmal eine kleine Liebesgeschichte in dieser zerborsteten Welt aufblühen.

    Fans post-apokalyptischer Science-Fiction kommen bei dem Film voll auf ihre Kosten, obwohl die Story einige logische Schwächen aufweist. Woher bekommt Van Zan diverse Panzerfahrzeuge und einen schicken Hubschrauber, wo doch die ganze Welt wie nach einer außer Kontrolle geratenen Grillorgie aussieht? Das dürfte wohl viele Kinogänger brennend interessieren.

    Martin Bensley, dpa

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