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  • Kritik: Harrison Ford als betrogener Ehemann

    Er ist reifer geworden, trägt neuerdings einen Ohrring und wirkt noch genauso anziehend wie in lange zurückliegenden Indiana-Jones-Zeiten: Harrison Ford kehrt auf die Leinwand zurück - diesmal jedoch nicht als taffer Kämpfer für das Gute, sondern als Ehemann, der eine sehr irritierende Entdeckung macht. In "Begegnung des Schicksals", ab 23. Dezember in den Kinos, versucht sich Ford in einer eher ungewohnten Rolle - in einem Film über Liebe, Begehren und eheliche Treue wie Untreue.

    Regisseur Sydney Pollack erzählt routiniert und jederzeit vorhersehbar die Geschichte zweier Menschen, deren Ehepartner beim selben Flugzeugabsturz ums Leben kommen. Vom Schmerz über den Tod seiner Frau getroffen, macht sich Polizei-Sergeant Dutch Van Den Broeck - gespielt von Ford - geradezu besessen auf die Suche nach der Wahrheit, nach den mysteriösen Umständen ihres Todes. Dabei trifft er auf die Kongressabgeordnete Kay Chandler, die von der ausdrucksvollen Engländerin Kristin Scott Thomas dargestellt wird. Auch sie hat ihren Mann bei dem Absturz verloren.

    Als der Verdacht aufkommt, dass beide nicht zufällig in der Maschine saßen, verschließt sie sich zunächst aus Trauer und Angst vor dem Skandal der Wahrheit. Doch Dutch zwingt auch sie zur schmerzvollen Reise in die Vergangenheit. Aus recht unerfindlichen Gründen gehen die beiden gemeinsam auf Spurensuche - pikanterweise zu den Orten, an denen sich ihre Partner miteinander vergnügten. Bald wird ihre Vermutung zur Gewissheit, dass sie beide monatelang nichts von dem heimlichen Liebesverhältnis bemerkt hatten.

    Warum Pollack aus Dutch und Kay dann psychologisch unvermittelt ein Liebespaar werden lässt, bleibt wohl sein Geheimnis. Es ist nur schwer vorstellbar, dass sich ein Mensch, der gerade seinen geliebten Partner verloren hat und zugleich mit der schmerzlichen Erkenntnis von dessen Untreue zu kämpfen hat, gleich in eine neue Leidenschaft stürzt. Aber genau das tun die beiden Hauptdarsteller dieses Films, der in mehr als zwei Stunden eine langatmige Geschichte erzählt.

    Deren Format reicht indessen nicht an die vorangegangenen Erfolge von Harrison Ford oder Kristin Scott Thomas heran. Welche Faszination ging noch in "Der englische Patient" von Scott Thomas als Ehefrau aus, die sich in einen Abenteurer verliebt. Und Harrison Ford wäre besser beraten, weiter in Thrillern auf Verbrecherjagd zu gehen. In der Rolle des doppelt verlassenen Ehemannes weiß er nicht recht zu überzeugen. Daran ändert auch die aufgesetzte Jagd auf einen korrupten Kollegen nichts. Diese zähe "Begegnung des Schicksals" lässt weder Spannung noch romantische Gefühle aufkommen. Schade eigentlich angesichts der hochkarätigen Besetzung des Films.

    Susann Huster, AP

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