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  • Kritik: Harmloser Familienspaß

    Es ist ein alter Kinderwunsch: Die ausgestopften Tiere und wächsernen Figuren im Museum mögen doch einmal zum Leben erwachen. Eine Idee, die für die Leinwand wie geschaffen scheint und durch die perfekten Computeranimationen jetzt möglich wurde.

    «Nachts im Museum» heißt die Umsetzung im Film, der mit prominenter Besetzung wenige Tage nach dem US-Start rechtzeitig fürs Weihnachtsgeschäft auch in Deutschland anläuft.

    Hauptfigur in der Action-Komödie ist ein neuer Nachtwächter im Museum of Natural History in New York, der gleich in seiner ersten Nacht von unliebsamen Geräuschen eines klappernden Dino-Skeletts erschreckt wird. Wenige Minuten später tollen Affen, Elefanten und Löwen in den Gängen. Wachsfiguren wie Attila, der Hunne oder Teddy Roosevelt - der legendäre amerikanische Präsident zu Beginn des 20. Jahrhunderts - springen plötzlich umher. All dies stellt Nachtwächter Larry Daley (Ben Stiller), vom Typ her der bemitleidenswerte Loser, vor ungeahnte Probleme.

    Der junge Hollywood-Regisseur Shawn Levy («Der rosarote Panther», «Im Dutzend billiger») hat daraus trotz aller technischer Raffinessen durch die visuellen Effekte konventionelle Unterhaltungsware gemacht, die vor allem auf Kinder abzielt. Irgendwie konnte sich der Filmemacher nicht so richtig entscheiden, ob er jetzt Komödie oder doch eher Fantasy-Abenteuer bieten wollte. Das allzu bemühte Drehbuch lässt vom ägyptischen König bis zum Cowboy und der hübschen Indianerin alle nur erdenklichen Figuren des Museums-Arsenals lebendig werden - was vor allem dem Klamauk und weniger der Spannung dient.

    Seine besten Momente verdankt der harmlose Familienspaß Ben Stillers komödiantischem Talent. Viele Szenen wurden, wie Regisseur Levy bei der Deutschlandpremiere in Frankfurt verriet, von Stiller am Set aus dem Stegreif improvisiert. Das stellte die Trickfilmer immer wieder vor Probleme, tut dem Film aber insgesamt gut. Unterstützt wird Stiller von den amerikanischen Comedy-Legenden Mickey Rooney oder Dick Van Dyke. Die beiden spielen Nachtwächter, die in die Frühpension befördert werden. Sie führen Teuflisches im Schilde.

    Robin Williams verkörpert den wackeren Teddy Roosevelt, mit dessen Hilfe Nachtwächter Daley schließlich wieder Herr im Museum wird und seinen Vorgängern ein Schnippchen schlägt. Und damit kann er auch seinen Sohn wieder für sich begeistern, der ihn zuvor für einen totalen Versager gehalten hat. Levy will mit seinem Film vor allem unterhalten, wie der Regisseur freimütig einräumt. «Schön wäre es, wenn dadurch sich Kinder auch wieder für Geschichte und Museen interessieren», hofft er.

    Thomas Maier,dpa

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