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  • Kritik: Hannelore Elsner brilliert

    "Mein letzter Film" ist schon in der Entstehung eine Ausnahme in der deutschen Kinolandschaft. Denn der Film wurde einem der wenigen Stars hier zu Lande auf den Leib geschrieben: Hannelore Elsner (60).

    Seit mehr als vier Jahrzehnten gehört sie zu Deutschlands populärsten Film- und Fernseh-Aktricen. Nun legt sie ihre bisher wohl ungewöhnlichste Arbeit vor. "Mein letzter Film" besticht mit fast schmerzhafter Wahrhaftigkeit.

    Monolog über Leben, Triumphe, Scheitern, Erinnerungen und Hoffnung

    Die erzählte Geschichte beginnt in einem Café. Die berühmte Schauspielerin Marie trifft einen viele Jahre jüngeren Kameramann. Die Beiden gehen in ihre Wohnung. Er startet seine kleine digitale Kamera, sie beginnt zu reden. Es ist das letzte große Solo der gefeierten und auch geschmähten Aktrice, ein Monolog über ihr Leben. Triumphe, Scheitern, düstere Erinnerungen und lichte Hoffnung - Marie lässt nichts aus. Sie gibt sich ungeschminkt preis, ist ganz sie selbst und doch immer auch Künstlerin und - Hannelore Elsner.

    Charakterdarstellung von geschliffener Eleganz

    Unsentimental und mitunter fast grausam offen anmutend gibt sich Hannelore Elsner dieser Rolle vollkommen hin. Jede Bewegung wirkt wie ein Kommentar zum gesprochenen oder auch zum verschwiegenen Wort, jede kleinste Regung im Gesicht wird zum Spiegel der verwundeten Seele Maries. Hannelore Elsner liefert eine Charakterdarstellung von geschliffener Eleganz, dabei nie vordergründig erscheinend. Die davon ausgehende Spannung ist geradezu elektrisierend. Die Elsner ist Marie und Marie ist immer auch Hannelore Elsner.

    Sowas gibt's nur alle paar Jahre mal im Kino

    Autor Bodo Kirchhoff und Regisseur Oliver Hirschbiegel haben den Film ganz auf die Präsenz ihrer Protagonistin abgestellt. Hannelore Elsner, seit den 60er Jahren durch Filme wie "Die endlose Nacht" (1963), "Die Reise nach Wien" (1973), "Die Unberührbare" (2000) und die Rolle der Ermittlerin Lea Sommer in der 1994 gestarteten Fernsehserie "Die Kommissarin" als eine der wandlungsfähigsten Schauspielerinnen Deutschlands bekannt, hat sich das Kammerspiel "Mein letzter Film" vollkommen zu Eigen gemacht. Dadurch gelingt ihr Verblüffendes: Nicht einmal gerät der Monolog auch nur in die Nähe einer Nabelschau. Aus dem, was Marie/Hannelore Elsner erzählt, kann jede Zuschauerin und jeder Zuschauer Rückschlüsse auf das eigene Leben und den Zustand der gegenwärtigen deutschen Gesellschaft ziehen. Und das macht diesen Spielfilm zu einem wirklich großen, wie ihn das deutsche Kino alle paar Jahre nur einmal hervor bringt.

    Peter Claus, dpa

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