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  • Kritik: Hanna Schygulla und die Magie einer Landschaft

    Orte der Kindheit besitzen eine besondere Magie. Für seinen ersten Spielfilm kehrte Till Franzen dorthin zurück, wo er aufgewachsen ist: an die Flensburger Förde. «Die blaue Grenze» teilt Deutschland und Dänemark. Hier begegnen sich die Lebenden, die Toten und die unsterblich Verliebten.

    In dem Film offenbart die norddeutsche Urwüchsigkeit mit ihrer sprichwörtlichen Maulfaulheit ein bewegtes Innenleben. Till Franzen hat die als spröde geltende Region mit einem subtilen Zauber aufgeladen.

    Die «blaue Grenze» beschreibt jedoch nicht nur die Förde, sondern steht auch für den verschwommenen Streifen zwischen Fantasie und Wirklichkeit. Hier wird Hanna Schygulla einen unglückseligen Kommissar mit der erstaunlichsten Grenzerfahrung konfrontieren. Die kleinen surrealen Irritationen passen in eine Landschaft, die nicht gerade vom poetischen Überschwang beflügelt wird, und zu Menschen, die einen lakonischen Humor entwickelt haben.

    Zunächst sieht man Trostlosigkeit, wenn sich Momme (Antoine Monot Jr.) nach dem Tod seines Vaters auf den Weg nach Flensburg macht. Er will den Großvater informieren. Der aber hat seine verwahrloste Wohnung verlassen und haust in der Kleingartenkolonie. Bei Tage ein unwirtlicher Ort, verwandelt sie sich abends bei einer Party in einen unwirklichen Ort. Hier verliebt sich Momme in die Dänin Lene (Beate Bille) und driftet mit ihr in eine grenzüberschreitende Liebesgeschichte.

    Kommissar Poulsen (Dominique Horwitz) gehört nicht zu den Wortkargen, was ihn als Nervensäge ausgrenzt und zur Einsamkeit im neuen Eigenheim verurteilt. Aus unerklärlichen Gründen hat ihn seine neue Nachbarin Frau Marx im Visier. Dass sich die Schygulla nach 20 Jahren wieder einmal in einem deutschen Film sehen lässt, ist ebenso bemerkenswert wie ihre Zurückhaltung vor der Kamera. Anstelle poetischer Verstiegenheit zeigt sie souveräne Abgeklärtheit und führt so die Geschichte umso wirkungsvoller zu ihrer Pointe.

    dpa

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