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  • Kritik: Halle Berry schnurrt als Actionkätzchen

    Als neue «Superheldin» soll Halle Berry weltweit in den Kinos fauchen, als kraftvolle «Katzenfrau» mit Sexappeal, die ihre diamantbesetzten Krallen gegen Unrecht und Willkür ausfährt. «Es war Zeit, die Dominanz männlicher Superhelden wie Batman oder Spider- Man zu brechen», sagte die strahlend schöne Oscar-Preisträgerin zur Premiere des Films in Hamburg. Aber die Vorstellung, die die 38- Jährige nun als «Catwoman» gibt, gleicht eher dem Spiel eines Schmusekätzchens, das gegen langweiliges Trockenfutter protestiert.

    Für die mangelnde Kraft und Coolness des Films ist Berry nicht allein verantwortlich. Ein französischer Regisseur mit dem Künstlernamen Pitof hat die 100 Millionen Dollar teure Verfilmung sehr frei nach den Comics von Bob Kane in Szene gesetzt. Design, Kamerafahrten und Schnitt sind videoclipartig schräg und ambitioniert und passen in ihrer Künstlichkeit gut zum Comic-Genre. Doch die Computer generierten Spezialeffekte wirken im Vergleich zum jüngsten «Spider-Man» oder den «X-Men»-Filmen undynamisch und verhuscht. Sobald die Katzenfrau die Wände hochgeht oder einen Salto vom Geländer macht, bleibt nichts mehr übrig von dem Genuss, den sie selbst in ihrer Sinnlichkeit und Unabhängigkeit finden sollte.

    Bevor sie übermenschliche Katzenkräfte bekommt, arbeitet Halle Berry als unterdrücktes Mauerblümchen Patience Philips in der Werbeabteilung eines Schönheitskonzerns. Dessen Leitung liegt bei dem in die bitteren Jahre gekommenen Ex-Model Laurel Hedare (Sharon Stone) und ihrem Mann (Lambert Wilson). Der hat seine Ehefrau nicht nur in der Werbekampagne der Firma, sondern auch im Bett gegen eine 22-Jährige ausgetauscht.

    Mischung aus Modenschau und Sado-Maso-Club

    Durch Zufall erfährt Patience unangenehme Forschungsergebnisse über die neueste Anti-Aging-Creme des Unternehmens - und wird auf der Stelle aus dem Weg geräumt. Doch sie stirbt nicht: Eine Katze, Angehörige der alt-ägyptischen Rasse der Mau, haucht ihr neues Leben ein, ein zweites Leben als selbstbewusste, erotische und ziemlich unartige «Catwoman».

    Es dauert ein Weilchen, bis sich Patience an die neuen Fähigkeiten gewöhnt - dann schlüpft sie in das knappe Kostüm aus schwarzem Leder und läuft wie in einer Mischung aus Modenschau und Sado-Maso-Club durchs Geschehen. Halle Berry zeigt Busen, Bauch und Rücken - und hat es schwer, unter der Kätzchenkappe mit den niedlichen Ohren ihre Würde zu bewahren. Verwirrend ist die Verwandlung von Patience vor allem für den Polizisten Tom Lone (Benjamin Bratt), der sich in das schüchterne Mädchen verliebt hat, aber als Ermittler auch von der offensiven Catwoman fasziniert ist.

    Echte Raubkatzen brauchen kein Leder

    Höhepunkt der Produktion ist Catwomans Konfrontation mit der verbitterten Konzernchefin, die ihr den Mord an ihrem ungeliebten Mann in die Schuhe schieben will. Dabei verbreitet die stolze Hollywood-Diva Sharon Stone (46) deutlich mehr Stolz und lauernde Gefährlichkeit als ihr Gegenüber und beweist: Echte Raubkatzen müssen kein Leder tragen.

    dpa

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