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  • Kritik: Gwisdeks blamabler Berlinale-Beitrag "Das Mambospiel"

    Die diesjährigen Berliner Filmfestspiele hatten neben etlichen sehenswerten Filmen auch einige Tiefpunkte zu bieten. Einer davon ist nun ab dem 26. März in ganz Deutschland zu begutachten: Michael Gwisdeks Wettbewerbsbeitrag "Das Mambospiel", der dem einheimischen Kinoschaffen ausgerechnet beim größten internationalen Ereignis ein peinliches Debakel bescherte. Denn was der ehemals bekannte DDR-Schauspieler und seine Lebens- wie Filmpartnerin Corinna Harfouch in dieser sogenannten Komödie dem Publikum zumuten, ist schon eine arge Dreistigkeit.

    In "Das Mambospiel" mimt Gwisdek einen unbegabten Filmemacher, dem es weder gelingt, seine Drehbücher zu verkaufen noch die Gelder für ihre Realisierung aufzutreiben. Zur Kompensation solch geballter Erfolglosigkeit flüchtet sich der verhinderte Fellini mit Berliner Schnauze in den Alkohol und die Arme naiver, aber großbusiger Blondinen. Dazu wird geflucht, das seit vielen Jahren verheiratete Paar Gwisdek-Harfouch plaudert aus dem ehelichen Nähkästchen oder betreibt Sex (beides gleich unerotisch), ein völlig aufgesetzt wirkendes Tochter-Drama muß der geplagte Zuschauer dazu auch noch durchstehen.

    Gwisdek hat diesen Handlungsstrang, der sich wie fast alle anderen in diesem Film im Nichts verliert, damit begründet, unbedingt auch eine ernste Geschichte im "spaßigen" Geschehen unterbringen zu wollen - ein seltsames Argument. Daß die Ambitionen des Filmemachers ungleich größer waren als sein künstlerisches Vermögen, zeigen auch kurze Einsprengsel, die auf rechtsradikale Gewalt im Berliner Alltag verweisen. Doch das alles ist völlig unglaubwürdig zusammenmontiert. Gwisdek konnte sich offenbar nie wirklich entschließen, welchen Film er machen wollte.

    Der Kinobesucher jedoch kann sich dazu entscheiden, diese zusammengeschusterte Billigproduktion erst gar nicht anzusehen. Alles was er dann versäumt, ist ein deutscher Film, der schon wegen der in anderen Streifen so großartige Schauspielerin Harfouch besser nie in Szene gesetzt worden wäre. So aber hat sich Gwisdek offenbar einen alten Herzenswunsch erfüllt, bevor ihm nie wieder jemand Geld fürs Filmemachen in die Hand drückt.

    Wenn er sich diesen Wunsch mit einer Super-8-Kamera fürs Wohnzimmer realisiert hätte, müßte er das nur seiner Familie erklären. Warum er sich nun auch noch in ganz Deutschland blamieren soll, bleibt das Geheimnis der Verleihfirma. Nach den bösen Kassenflops mit "Widows" und "2 Männer 2 Frauen - 4 Probleme?" läßt sich von einer deutschen Komödiendämmerung reden. "Das Mambospiel" sorgt gar für Düsternis.

    Wolfgang Hübner, AP

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