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  • Kritik: Gut gemeint, aber konstruiert

    Starke Frauen und betonte Unangepasstheit sind Themen, die Marleen Gorris interessieren. Im Jahr 1995 schuf die 1948 geborene niederländische Regisseurin «Antonias Welt», eine beeindruckende Familiensaga um eine emanzipierte Bäuerin und Mutter, und erhielt einen Oscar für den «besten ausländischen Film».

    Gorris' jüngstes, nunmehr in den USA gedrehtes Werk «Carolina» handelt ebenfalls von weiblicher Selbstfindung und der Bedeutung familiärer Bande, geriet jedoch ziemlich konstruiert und unstimmig. Selbst Witz und Weisheit von Hollywood-Legende Shirley MacLaine retten das als skurrile Tragikomödie konzipierte Werk nicht.

    Im Mittelpunkt steht die junge Carolina (Julia Stiles aus «Save The Last Dance», 2000, und «Mona Lisas Lächeln», 2003), die einer chaotischen Familie entstammt: Als Tochter einer ihr unbekannten Mutter und eines Ex-Alkoholikers wuchs sie mit zwei Schwestern bei ihrer schrillen Großmutter (MacLaine) auf, die ihren Lebensunterhalt mit Glücksspielen finanziert und ihre Enkelinnen bei Streitfällen schon mal mit Küchenmessern ausstattet. Carolina, mittlerweile propere Mitarbeiterin einer Fernsehshow, sehnt sich daher nach nichts mehr als nach Normalität - und nach dem richtigen Mann, den sie nach einigen Verwirrungen auch findet.

    Marleen Gorris bemüht sich, die großmütterliche Welt als exzentrisch, magisch und liebevoll zu schildern. Es gelingt ihr jedoch nicht - trotz einer wie immer sehenswerten Shirley MacLaine -, diese wirklich lebendig zu gestalten. Vieles bleibt isolierter Drehbuch- beziehungsweise Regieeinfall. Der Rest des Films, Carolinas eigene Welt in der Großstadt L.A., ist dagegen bloße Mainstream- Romanze mit gut aussehenden jungen Darstellern (darunter Alessandro Nivola und Edward Atterton) und einigen humorvollen Dialogen. So entfaltet «Carolina» nur wenig Kraft und Poesie.

    dpa

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