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  • Kritik: Gut gemachter Film über schwule Teenager in der Provinz

    Steven Carter hat vom ewigen Versteckspielen die Nase voll. Er ist schwul und will das nicht länger geheim halten. Doch der 16-Jährige darf seine sexuellen Neigungen in dem kleinen, konservativen Ort Basingstoke nicht zeigen.

    Der stille, schmächtige Außenseiter hat bei seinen Mitschülern ohnehin schon einen schweren Stand. Immer wieder beschimpfen sie ihn als "Schwuchtel", ohne zu wissen, dass sie damit genau ins Schwarze treffen. Nur Stevens mollige Nachbarin Wendy kennt sein Geheimnis.

    Ganz anders scheint das bei John Dixon zu sein, dem von allen Mädchen umschwärmten Star der Schule. Zu Stevens größter Überraschung gibt sich der gut aussehende "Superman" jedoch eines Tages heimlich als Schwuler zu erkennen. Die beiden gegensätzlichen Männer verlieben sich ineinander und werden ein Paar. Während Steven sein Glück am liebsten hinausschreien möchte, will John in der Öffentlichkeit um keinen Preis sein Image als cooler, begehrter Frauenheld aufgeben.

    Um den Schein vor seinen Freunden zu wahren, trifft er sich weiterhin mit der schönen Christina und treibt seinen Lover damit fast zur Verzweiflung. Unter dem Titel "" schreibt Steven einen anonymen Aufsatz für die Schülerzeitung und berichtet darin von seiner Misere als schwuler Teenager in der konservativen Provinz.

    Die Liaison zwischen ihm und John lässt sich irgendwann nicht mehr verheimlichen. Der Druck auf das Paar wird immer größer und mit ihm Stevens Wunsch, sich der Welt zu offenbaren. Die Situation eskaliert, als John seinen Geliebten vor den Augen seiner vermeintlichen Freunde zusammenschlägt, um seine angebliche Heterosexualität zu demonstrieren. Der todtraurige Steven beschließt, sich mit einem Aufsehen erregenden Paukenschlag zu outen.

    Mit feinem Humor und viel Sensibilität wagte sich Jungregisseur Simon Shore in seinem Debütfilm " - Von Mann zu Mann" an ein Thema, das bis vor kurzem noch in England ein Tabu war. Gefühlvoll wird der Zuschauer in die Welt der Homosexuellen und deren Probleme geführt. Dabei lernt er auf unterhaltsame Weise viel über Schwule, ohne dabei von dem auch hier zu Lande noch immer ungewöhnlichen Bild zweier sich liebender Männer unangenehm berührt zu werden.

    Vielmehr schafft es vor allem Hauptdarsteller Ben Silverstone in der Rolle des Steven, Sympathien zu gewinnen und auf seine Weise für ein Stück mehr Toleranz zu sorgen. "" ist ein Plädoyer für die Liebe und gegen die Engstirnigkeit der "normalen" Welt beim Thema Homosexualität. Auch und besonders für Jugendliche ist dieser Film zu empfehlen - nicht zuletzt wegen seines eingängigen Soundtracks und der knackigen Dialoge.

    Susann Huster, AP

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