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  • Kritik: Grusel-Thriller nach realen Ereignissen

    Trotz allem bereiendes Ende

    Genau das tut Mark Pellington in seinem mit Richard Gere hochkarätig besetzten Grusel-Thriller "The Mothman Prophecies": Das geflügelte, kopflose Monster mit leuchtend roten Augen (Mothman/Mottenmann), das Menschen in Angst und Schrecken versetzt, einen Flugzeugabsturz und ein Brückenunglück mit vielen Toten voraussagt, soll in den 1960er Jahren in West Virginia von zahlreichen Zeugen gesichtet worden sein. Pellington, ein Musik- Video-Spezialist, der 1999 mit Arlington Road einen spannenden Polit- Thriller gedreht hat, wollte nun nach der Dokumentation von John A. Keel ein psychologisches Mysterium schaffen. Trotz Topstar Gere und atmosphärischen Stärken erreichen die in den USA nur mäßig erfolgreichen "Mothman Prophecies" dieses anspruchsvolle Ziel nicht.

    Der 52-jährige Richard Gere, Ex-"American Gigolo" (1980) und Ex "Pretty Woman"-Lover (1990), spielt den Top-Journalisten John Klein, den es zwei Jahre nach dem geheimnisvollen Unfalltod seiner Frau wie von Geisterhand in das Provinznest Point Pleasant verschlägt. Seltsame Dinge wie ein Heulen im Waschbecken, Zeichen am Himmel und Berichte vom Auftauchen eines Mottenmannes, der sich am Telefon Ingrid Cold nennt, lassen Klein bald die todbringenden Prophezeiungen erkennen. Mit Hilfe des attraktiven Cops Connie (sensibel: Laura Linney aus der "Truman Show") kann er jedoch das Schlimmste nicht verhindern.

    Gere, als Buddhist und Dalai-Lama-Freund auch privat mit Sinn für Spirituelles ausgestattet, schlägt sich tapfer und seriös durch die unwirklich erscheinende Handlung, die wohl auch ein Spiegelbild der Psyche des unglücklichen Helden sein soll. Doch bringt der Regisseur nur wenig Licht ins psychologische Dunkel, selbst wenn der Held sich von einem erfahrenen Esoteriker (Charaktermime Alan Bates, "Alexis Zorbas") erklären lässt, dass die Motte Symbol der gefangenen Seele im höllischen Reich des Todes sei.

    Oberflächlichkeiten wie der Hotel-Name Avalon Motor Inn, der an ein altes magisches Reich erinnert, das sich hinter dem mit christlicher Weihnachtssymbolik geschmückten Städtchen zu verbergen scheint, ersetzen tiefere Einsichten in die Existenz des Übernatürlichen und Zusammenhänge des menschlichen Innenlebens. Auch bleibt der Spannungsbogen der eher langsam erzählten Geschichte nicht immer gleichmäßig straff.

    Dafür gelingt es Regisseur Pellington, durch geschickten Einsatz von viel Dunkelheit, bläulichem Licht über einsamer Schneelandschaft, Wald-Szenerien, klaustrophobisch engen Räumen und dem morbidem Charme verfallener Fabrikanlagen Gruselstimmung zu erzeugen. Aufregende Spezialeffekte beim Einsturz der großen Brücke über den Ohio River sorgen zumindest beim Helden Klein und Cop Connie für Seelenreinigung und ein trotz allem befreiendes Ende.

    Ulrike Cordes, dpa

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