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  • Kritik: Grotesker KinoKlamauk

    Mit dumm-dreistem Grinsen versichern die debilen Dalton-Brüder (Eric Judor, Ramzy Bedia, Saïd Serrari, Romain Berger) den Bewohnern eines mexikanischen Dorfes, sie vor den Überfällen eines Furcht einflössenden Banditen (Javivi) zu beschützen.

    Doch in Wahrheit haben sie es nur auf dessen magischen Sombrero abgesehen, um bei ihrem geplanten Bankraub unverwundbar zu sein. Bei einem wilden Feuergefecht, in dem Hühner als Kanonenfutter verheizt werden, legt die draufgängerische Dalton-Bande in kürzester Zeit das halbe Dorf in Schutt und Asche.

    Grenzwertig

    Mit der Realverfilmung «Die Daltons gegen Lucky Luke» bringt der französische Regisseur Philippe Haïm («Barracuda - Vorsicht Nachbar!») jetzt die kultigen Western-Comics des verstorbenen, belgischen Zeichners Morris auf die Kinoleinwand: geschmacklos, grotesk, grenzwertig.

    Die Vorlage zu diesem kuriosen Kino-Klamauk entwickelte der Drehbuchautor Michel Hazanavicius zusammen mit dem französischen TV- Komiker-Duo Eric Ramzy, das seine eigenen Dialoge in das Skript einbrachte. Vor Beginn der Dreharbeiten löste Haïm zunächst das komplette Buch in ein Storyboard mit über 5000 Zeichnungen auf. Produziert wurde dieser 27 Millionen Euro teure Blödel-Streifen in französisch-deutsch-spanischer Koproduktion, an der neben Saïd Ben Saïd, Yves Marmion und Julio Fernandez von deutscher Seite der Produzent Alfred Hürmer («Late Show») beteiligt ist. Für die kleine, nahezu stumme Gastrolle des Westernhelden Lucky Luke wurde der deutsche Leinwandstar Til Schweiger gewonnen.

    Nach dem im Dorf angerichteten Schaden verkleidet sich die Banditengang bei einem Fest als Musikband und gelangt tatsächlich in den Besitz des begehrten Zauberhutes. Noch bevor sie ihren, von langer Hand geplanten Banküberfall in die Tat umsetzen, kommt ihnen Lucky Luke bereits auf die Schliche. Obwohl die Dalton-Brüder bei ihrem großen Coup mit allen Tricks arbeiten, schaffen sie es nicht, dem Duell mit dem strengen Gesetzeshüter zu entkommen.

    64 Lastkraftwagen Sand angekarrt

    Die Innenaufnahmen zu «Die Daltons gegen Lucky Luke» erfolgten Anfang 2004 in den MMC-Studios in Köln-Ossendorf, in denen unter anderem die Kulissen für die mexikanische Hacienda gebaut wurden. Für den Außendreh zog das Team in die Gegend nördlich des spanischen Badeortes Almería, wo in der Western-Ära schon Peter O'Toole für «Lawrence von Arabien» und Charles Bronson für «Die glorreichen Sieben» sowie Michael «Bully» Herbig für «(T)Raumschiff Surprise» vor der Kamera gestanden hatten. Während der Dreharbeiten musste die Produktion dort mit zahlreichen Schwierigkeiten kämpfen. Zu dem schlechten Wetter sowie einem Brand kam hinzu, dass der Sand dort nicht die gewünschte Farbe besaß und mit Hilfe von 64 Lastkraftwagen ausgetauscht werden musste.

    Trotz aller Anstrengungen ist Regisseur Haïm die Verfilmung dieses Kult-Comics gründlich daneben gegangen, denn das schwache Drehbuch bietet nicht mehr als eine simple Aneinanderreihung von verkrampften Slapstick-Einlagen. Durch die überzeichneten Figuren, platten Gags und peinlichen Dialoge gerät diese filmische Comic-Adaption zu einer herben Enttäuschung, an der selbst eingefleischte Lucky Luke-Fans kaum ihre Freude haben dürften.

    dpa

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