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  • Kritik: Große Saga mit sagenhaften Effekten

    Hamburg. Peter Jackson beherrscht das Reich der Fantasie. Seit über sieben Jahren lebt der Regisseur aus Neuseeland nur für ein Thema: Die Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Fantasy-Klassiker "Der Herr der Ringe".

    Das mindestens 270-Millionen-Dollar teure Megaprojekt setzt als gewaltige Trilogie technisch neue Maßstäbe und erzählt von nichts Geringerem als der Rettung der Welt. Der archaische und zeitlos aktuelle Kampf Gut gegen Böse im Sagenreich Mittelerde lebt von Heldentum und Schurkenstücken, Freundschaft und Verrat.

    Ein Jahr nach dem ersten Teil "Die Gefährten", der mit 4 Oscars ausgezeichnet wurde, hat der 41-jährige Jackson nun das Mittelstück des dramatischen Dreiers fertig gestellt. "Die zwei Türme" bannt das Publikum mit spektakulären Schlachten und fantastischen Spezialeffekten. Dramaturgisch hat der Film jedoch das typische Problem der Mitte. Er hängt zwischen Anfang und Ende, es werden viele Fäden gewoben, die aber erst im nächsten Dezember mit "Die Rückkehr des Königs" abschließend zusammenführen werden.

    Jackson verschwendet keine Zeit mit Nacherzählungen

    Ohne Prolog, ohne Vorgeschichte geht Jackson gleich zur Sache. "Der Film ist knapp drei Stunden lang und wirklich schnell erzählt", sagt der kleine, dicke Regisseur, der am liebsten barfuß läuft und mit wuseligen Locken selbst wirkt wie einer seiner Hobbits. "Ich wollte nicht fünf Minuten damit vergeuden, einer kleinen Minderheit, die den ersten Teil nicht kennt, alles nochmal zu erklären." Er verlässt sich ganz auf den Erfolg des Startfilms der Trilogie, der mit rund 11 Millionen Zuschauern in Deutschland erfolgreichste Produktion des Jahres wurde. Jackson weiß: Erst mit dem großen Schlussakkord in 12 Monaten ist das im Stück gedrehte Neun-Stunden- Opus wirklich rund.

    Die Gemeinschaft des Ringes ist in "Die zwei Türme" zersplittert. Hobbits, Menschen, Elben, der Zauberer Gangalf und der Zwerg Gimli waren als "Die Gefährten" noch zusammen unterwegs. Sie wollten den Allmacht verheißenden Ring zum Ort der dunkelsten Mächte bringen, weil er nur dort zerstört werden kann. Doch jetzt agieren die "Ring"- Stars Viggo Mortensen, Elijah Wood, Liv Tyler, Ian McKellen und Christopher Lee in drei separaten Handlungssträngen.

    Neue Grenzen des Machbaren gesetzt

    Die Hobbits Merry und Pippin flüchten auf sich allein gestellt in einen mystischen Wald, in dem die uralten Bäume lebendig werden. Die Menschen kämpfen eine aussichtslos erscheinende Schlacht gegen das monströse Heer des bösen Zauberers Saruman. Und der Hobbit Frodo, der als Träger des Ringes immer weiter in dessen furchtbaren Bann gerät, sucht mit seinem Freund Sam einen Weg in das finstere Reich Mordor.

    Der animierte Gollum agiert preisverdächtig

    Oscar-Gewinner Richard Taylor hat mit seinem neuseeländischen Team bei Masken, Kostümen, Animationen und Effekten wieder neue Grenzen des Machbaren gesetzt. Sein absolutes Meisterstück aber ist die Figur des Gollum oder Smeagol. Diese Hobbit-ähnliche groteske Kreatur umkriecht und umgarnt Frodo, süchtig nach dem Ring, den sie einst besessen hat und der sie zu einem verabscheuungs- und erbarmungswürdigen Wahnsinnswesen gemacht hat. Der in einem höchst komplizierten Verfahren erschaffene Gollum lässt nach fünf Minuten seine virtuelle Herkunft vergessen. Dieser Charakter hätte als erste Animationsfigur der Filmgeschichte einen Schauspielpreis verdient.

    Karin Zintz, dpa

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