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  • Kritik: Große Lust auf Risiko

    ein New Yorker Büro hat den Charme einer Junggesellenbude: Schwarzes Ledersofa, Schreibtisch, Stereo- und TV-Anlage. An den Wänden hängen vergoldete CDs und gerahmte Hochglanzposter. Darauf: Rock-Superstar Jon Bon Jovi auf der Bühne - mal in cooler Macho-Pose, mal mit nacktem Oberkörper und bunten Tattoos, immer mit wilden langen Locken. Schnee von gestern. Lässig in eine Ecke des Sofas gelümmelt, sitzt ein ganz neuer Jon (34). Mit bravem Kurzhaarschnitt, Jeans und heller Lederjacke. Seit seinem Mega-Deal mit der Volkswagen AG, die ein GolfSondermodell "Bon Jovi" herausgebracht hat, gilt er nicht nur als einer der Reichsten, sondern auch der Cleversten im Musikbusiness. Der Lack vom Rock-Rebellen ist ab. Die Rockermähne auch.

    Bon Jovi: Ich habe sie mir für meine erste Kino-Hauptrolle in "Leading Man" so kurz schneiden lassen. Seither kann ich durch New York laufen, und kein Mensch erkennt mich mehr. Ziemlich praktisch!

    In der Dreiecksgeschichte "Leading Man" spielen Sie einen Hollywoodstar, der Schlag bei Frauen hat. Eine Rolle, die Ihnen auch im Leben nicht fremd ist, oder?

    Sicher. In einer Szene bittet mich ein Mädchen um ein Autogramm, und ich schreibe es ihr auf den nackten Oberschenkel. Das ist Rock-'n'-Roll-Alltag. Und natürlich hat die Figur des Robin Grange Charaktereigenschaften, die ich auch habe. Aber ich bin nicht so ein Monster wie er. Überlegen Sie mal: Der bittet die Frau eines anderen in der Mittagspause zum Schäferstündchen auf eine leere Theaterbühne. Ich hätte für so was nicht die Nerven. Und ich bin auch nicht in so fabelhafter körperlicher Verfassung wie er. (Lacht) Jedenfalls jetzt nicht mehr.

    Klar, Robin ist ein böser Junge. Er zerstört eine Ehe, erpreßt einen anderen Mann. Aber der hatte ihn ja darum gebeten, seine Frau zu verführen.

    Mit denen hatte ich natürlich überhaupt keine Probleme. (Lacht) Wissen Sie, in solchen Dingen habe ich eine Menge Erfahrung, aber das ist eine andere Geschichte.

    Vor Jahren habe ich die Filmmusik zu "Young Guns II" geschrieben. Am Set machten die Jungs die tollsten Sachen: reiten, fliegen, schießen. Das wollte ich auch können. Also habe ich Schauspielunterricht genommen. So ging's los.

    Das war und ist mir egal. Mit meinen Platten ist das doch genauso. Die Kritiker verreißen sie. Aber 70 Millionen Menschen kaufen sie trotzdem,.

    Logisch tun sie weh. Aber ich werde deshalb keine schlaflose Nacht haben und mich schon gar nicht daran hindern lassen zu tun, was ich für richtig halte. Ich muß die Möglichkeit haben, Fehler zu machen. Wenn's schiefgeht - was soll's!

    Ich habe vor nichts und niemandem Angst. Am ersten Drehtag hatte ich kurz Lust, einfach abzuhauen. Erst dachte ich: Damit könntest du auch dein Image als exzentrischer Rockstar pflegen. Dann sagte ich mir: Hey, du hast zugesagt. Also: Augen zu und durch!

    Ich mußte ihn zweimal anschauen. Beim ersten Mal habe ich auf so unsinnige Sachen geachtet wie den Musikmix. Beim zweiten Mal konnte ich ihn genießen.

    Den ganzen Film. Ich habe keine Probleme damit, mich auf der Leinwand zu sehen. Ich sehe mich seit 14 Jahren im Fernsehen. Ich weiß, wie man sich vor der Kamera bewegt. Robert De Niro ist furchtbar scheu. Aber er hat sicher auch noch nie vor 70 000 Leuten auf der Bühne gestanden. Für mich ist das ganz normaler Arbeitsalltag.

    Nein, aber ich würde ihn liebend gern treffen. Er ist ein genialer Schauspieler. Haben Sie seine Telefonnummer? Lassen Sie uns anrufen. Ich zahle auch die Drinks.

    Eins nach dem anderen. Ich verstehe doch gar nicht genug vom Filmgeschäft. Ich bin immer noch dabei zu lernen.

    Ich habe im Wohnwagen gesessen und zehn neue Songs geschrieben. Noch nie ist mir das so leichtgefallen. Ich wollte den Wohnwagen am liebsten mit nach Hause nehmen...

    Sie sind Rockmusiker, Songwriter, Schauspieler, Ehemann und Vater von zwei Kindern. Wie schaffen Sie das alles?

    Copyright: TV TODAY, 1996

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