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  • Kritik: "Gridlock'd": Tupac Shakurs letzter Film

    Hamburg (dpa) - Er war einer der Hauptdarsteller im blutigen Küstenkrieg der US-"Gangsta"-Rapper, er saß wiederholt unter anderem wegen Vergewaltigung im Gefängnis und sang sich als waffenstrotzender Macho mit seinen Geschichten von Leben und Tod in den Armengettos der Schwarzen zu Ruhm und Reichtum. Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto setzten der umstrittenen Karriere des 25jährigen Tupac Shakur im vergangenen September schließlich ein frühes Ende.

    Einer von Shakurs letzten Leinwand-Auftritten in "Gridlock'd - voll drauf" kommt an diesem Donnerstag in die deutschen Kinos. Die brillante Tragikomödie beweist, daß der tödliche Kugelhagel von Las Vegas auch eine große Karriere vor der Kamera zerstört hat.

    Im Kampf mit dem gewaltigen Monster Bürokratie versuchen die Junkies Spoon (Shakur) und Stretch (Tim Roth) der Macht der Drogensucht zu entkommen - kein leichtes Vorhaben in einer menschenfeindlichen Großstadt wie Detroit und einem System wie dem amerikanischen, in dem der eigentliche Entzug nicht das größte Problem darstellt.

    Der schwierige Weg aus der Sucht ist gepflastert mit Herausforderungen der moderneren Art - das Ausfüllen mehrseitiger Formulare stellt die beiden Protagonisten ebenso vor ungeahnt hohe Hürden wie das endlos scheinende Schlangestehen vor geschlossenen Bürotüren. "Nummer ziehen" und "Kommen Sie morgen wieder" werden zu täglichen Imperativen.

    In das staatliche Programm zur Drogenentwöhnung werden Betroffene nur als Versicherte aufgenommen, einen entsprechenden Schein erhalten allerdings nur Sozialhilfebedürftige - und auch dies erst nach mehr als sechs Wochen. Auf dem langen Weg zur Erfüllung des gemeinsamen Neujahrsvorsatzes stolpern die beiden passionierten Jazzmusiker Spoon und Stretch über Leichen, Verwechslungen und den eigenen, nicht immer starken Willen.

    In seiner ersten Regiearbeit verbindet Schauspieler Vondie Curtis Hall Realsatire, Verwechslungskomödie und modernes Märchen zu einer stets unterhaltenden, teils witzigen, teils aufrüttelnden und sozialkritischen Story. Shakur ("Poetic Justice") und Roth ("Vincent und Theo") brillieren als eingespieltes schwarz-weißes Doppel im Streit mit Formularen, Paragraphen, zwielichten Gangstern und schusseligen Polizisten, Zumindest von der Kritik wurden sie bereits als das "zweitbeste weiß-schwarze Filmduo nach Mel Gibson und Danny Glover" ausgezeichnet.

    In der Traumfabrik Hollywood werden indes nur wenige Monate nach dem gewaltsamen Tod des umstrittenen Rappers Pläne geschmiedet, wie Shakurs kurzer Weg von der Straße zum Ruhm am besten für die Nachwelt erhalten werden kann. Der Plattenproduzent und Musiker Quincy Jones soll kurz vor einem vertraglichen Abschluß mit der Mutter des Toten stehen. Ein anderer Film über Shakur werde von Schauspieler Jasmine Guy produziert, meldete der Musiksender MTV.

    Von Martin Oversohl, dpa

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