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  • Kritik: Grandioses AbenteuerMärchen

    Ein Film über ein Mädchen und ein Pferd? Das ist hoffentlich kein biederer, süßlicher Kitsch, denkt sich mancher. Doch «Zaina - Königin der Pferde» überrascht vollkommen: Der Film ist so wild und abenteuerlich wie die Wüste, in der er spielt.

    Das Schicksal eines mutigen Mädchens harmoniert mit der grandiosen Landschaft des Atlas-Gebirges und endet in einem sagenhaften Pferderennen, dessen Ausgang über Zainas Freiheit entscheidet. Kein treues dunkles Rossauge in Großaufnahme rührt den Betrachter, sondern die stolzen und manchmal unerbittlichen Blicke, mit denen die Menschen der Wüste sich messen. Sentimentalität kann sich hier niemand erlauben - auch nicht gegenüber Zaina, deren Mutter der franko-algerische Regisseur Bourlem Guerdjou gleich zu Beginn unter Staub und Steinen begraben lässt.

    Die zwölfjährige Zaina soll mit Mustapha gehen, ihrem Vater, den sie nie kennen gelernt hat. Mustapha hat ihre schwangere Mutter einst verstoßen, weil sie entgegen der Regeln seines Nomaden-Stammes als Frau am größten Pferderennen Marokkos teilgenommen hat. Und wäre da nicht der mächtige Mann Omar, der Zaina für sich haben will, würde das Kind vielleicht ein Leben ganz auf eigene Faust versuchen. Doch Omar hat Zainas Mutter auf falsche Weise geliebt und wie eine Gefangene gehalten. Ihm will das Mädchen unbedingt entfliehen.

    Mustapha soll die besten Reiter und Araber-Pferde seines Stammes nach Marrakesch bringen. Ziel ist das Pferderennen, das schon Zainas Mutter magisch anzog. Und nur ganz langsam führt der gefährliche und harte Weg durch Wüste und Gebirge Vater und Tochter zueinander. Eine besondere Rolle spielt dabei der Hengst Zingal, auf dessen Rücken Zaina «das Fliegen» lernt.

    Die französische Produktion «Zaina» bietet Tempo, realistisch gestaltete Action und ein paar Kämpfe. Der Film ist aber alles andere als ein konventioneller Kinder- und Jugendfilm. Der stille Freiheitskampf des Mädchens in der muslimischen Männerwelt, die herrlichen Landschaften und der ungewöhnlich selbstverständliche Umgang mit dem Tod der Mutter machen aus dem Film auch ein zauberhaftes orientalisches Märchen für Erwachsene. Beim Filmfestival in Locarno gab es dafür im vergangenen Jahr schon den Publikumspreis.

    Karin Zintz, dpa

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