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  • Kritik: Grandioser Boxfilm mit Russell Crowe

    «Das Comeback» setzt einen neuen Maßstab für Boxfilme. Star-Regisseur Ron Howard verfilmte die wahre Geschichte des Boxers Jim Braddock, der in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre ganz unten landete und sich zäh zurück an die Spitze kämpfte, mit atemberaubenden Ringkämpfen.

    «Gladiator» Russell Crowe stellte sich für die Rolle einem harten Training und glänzt im Ring und auch als Mensch Braddock. US-Filmkritiker sehen den Film als Oscar- Kandidaten, an den amerikanischen Kinokassen schnitt er mit Einnahmen von etwas über 60 Millionen Dollar aber unerwartet schwach ab.

    Kann sein, dass die Amerikaner die Aussicht auf einen patriotischen Durchhalte-Film in Zeiten von Terrorgefahr und Irak-Krieg abtörnte oder sie schon genug von dem Thema hatten, nachdem zuvor mit «Million Dollar Baby» und «Seabiscuit» ähnliche Geschichten verfilmt wurden. Dabei haben Howard und Crowe es geschafft, die Geschichte einer vergessenen amerikanischen Legende ergreifend, aber ohne Kitsch oder patriotischen Schmalz zu erzählen.

    Jim Braddock war Ende der 20er Jahre einmal ein vielversprechender Boxer, doch dann brach er sich seine gefürchtete rechte Hand. Niederlagen folgten, am Ende verlor er seine Lizenz und landete mit seiner Frau - gespielt von Renée Zellweger - und drei Kindern in einem Kellerloch, während ringsherum die Große Depression Millionen ebenfalls in die Armut stürzte. Jim schlug sich als Arbeiter in den Docks durch, trotzdem reichte das Geld oft nicht einmal für Milch oder Strom.

    Der Aschenputtel-Mann

    Als sein alter Manager ihm nach Jahren außerhalb des Rings den Kampf gegen einen möglichen Anwärter auf den Weltmeistertitel vorschlug, sagte Braddock sofort zu - und gewann zur allgemeinen Überraschung. Ein Journalist taufte ihn dafür «Cinderella Man» (Der Aschenputtel-Mann), was dem Film auch seinen Original-Titel gab. Es folgte eine umjubelte Serie von Siegen, die Braddock keine Wahl ließ, als sich schließlich im Juni 1935 dem amtierenden Champion Max Baer zu stellen. Der war vor allem dafür bekannt, dass zwei Gegner an seinen Schlägen im Ring starben.

    Meisterhaft geschnittene Boxkämpfe

    Es sind vor allem die großartig choreografierten und meisterhaft geschnittenen Boxkämpfe, die «Das Comeback» zu einem Kino-Erlebnis machen. Während bei dem letzten erfolgreichen Boxfilm «Million Dollar Baby» mit Hilary Swank und Clint Eastwood eher das Menschliche, die Gefühle der Protagonisten, im Vordergrund stand, richtet Howard seinen Focus stärker auf die Boxkunst. Der Rhythmus, die schnelle Bewegung, die Schläge, die mit einem Knall im Gesicht explodieren - alles ist perfekt gefilmt. Dazu fallen die nach alter Manier in vielen Nahaufnahmen gezeigten Gesichter von Crowe und Zellweger auf, die viele Emotionen vermitteln. Der Film profitiert wie schon «A Beautiful Mind» von Howards lebenslanger Filmerfahrung und seiner Fähigkeit als Geschichtenerzähler.

    Außerdem gehört der 51-jährige Regisseur noch zu denen, die den vergessenen Namen Braddock schon seit ihrer Kindheit kennen. Für seinen Vater, den Schauspieler Rance Howard, war die Übertragung des Kampfes mit Baer das erste große Box-Erlebnis seines Lebens. Er erzählte seinem Sohn Ron immer wieder davon. In «Das Comeback» durfte Howard Senior als Ringansager bei dem Kampf auftreten.

    Der Regisseur und seine beiden Drehbuchautoren nahmen sich viel Zeit für eine gründliche Recherche. Sie studierten Fotos und Filmaufnahmen von Braddock und Baer, sie sprachen viel mit Braddocks Söhnen und holten sich ihre Zustimmung für die Geschichte ein. Braddocks Nachbarin Sarah aus der Keller-Zeit wird dabei von seiner Enkelin gespielt, die dem Filmteam auch Einblick in Briefe der Familie aus dieser Zeit gewährte.

    dpa

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