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  • Kritik: Gott sucht Nachfolger: Bitte im Himmel melden

    Richtig böse wird es nicht

    Doch wer wird der neue Gott? Abgedreht und trashig wie diese Geschichte ist Thorsten Wettckes Debütfilm, der mit zugkräftigen Darstellern aber meist harmlos und nur manchmal witzig ist.

    31. Dezember 2000: Während sich die Menschen auf ihre Silvesterparty freuen, hat Erdengott Jonathan (Thierry van Werveke) in seinem überirdischen Wohnzelt ganz andere Sorgen: Seine Amtszeit geht in wenigen Stunden zu Ende. God verdomme! Die Bilanz, beäugt von der nervösen Chefgöttin Yolanda (Andrea Sawatzki), wenig berauschend: Denn Weltkriege, Raumfahrtprogramme und Überbevölkerung sind nicht in ihrem Sinne. Und außerdem muss Jonathan seinen Nachfolger selbst aussuchen und zu dem hohen Amt überreden. Er selbst hat damals allerdings nicht ganz ohne Druck des Ex-Gottes (Fatih Akin) unterschrieben.

    Gleichzeitig hat der blauperückte Schutzengel Katinka Sirena (Heike Makatsch) vom knallroten Sofa über den Wolken aus gerade zwei Erdlinge verkuppelt: Comic-Zeichner Niklas (Oliver Korittke) und Pizza-Botin Tess (Tamara Simunovic). Auch Noch-Gott Jonathan hat es auf Niklas abgesehen: Der soll nämlich sein Nachfolger werden. Keine leichte Aufgabe, ihn davon zu überzeugen. Wenig überraschend, dass die frisch Verliebten später um ihr Leben fürchten müssen, weil sie an den für solche Geschichten obligatorischen Koffer voller Geld gelangt sind.

    Mit Schauspielhoffnung Oliver Korittke ("Bang Boom Bang"), Thierry van Werveke ("Knockin' on Heaven's Door") und der souveränen Heike Makatsch ("Männerpension", zuletzt "Gripsholm") hat Drehbuchautor und Regisseur Thorsten Wettcke für seinen Debütfilm gleich mehrere deutsche Publikumslieblinge aus Kino und Fernsehen gewonnen. Auch viele Nebenrollen sind prominent besetzt: von Anna Loos ("Anatomie") über Charakter-Kopf Detlef Bothe als göttliches Medium Orkton bis hin zu Bela B. von der Popband Die Ärzte in einem Gastauftritt als DJ Ingo auf der Theologen-Party.

    Der Film rund um eine witzige Idee entscheidet sich nie wirklich für Gangster-, Liebes- oder Einfach-nur-Trash. Glücklicherweise kommen immer wieder coole Sprüche vom körperlosen Kommunikationsberaterkopf Orkton oder ein Redeschwall der eingefrorenen holländischen Göttergattin. Grenzerfahrungen sucht der Film keine, trotz bizarrer, schnell erzählter Geschichte nimmt er sich dann doch zu ernst. Und Gotteslästerer werden enttäuscht sein: Richtig böse wird es nicht. Die wenigen Comic-Sequenzen hätte man sich außerdem besser gespart. An dem Sound-Track werden wohl nur Hardcore-Trasher Gefallen finden.

    Für alle im göttlichen Zustand - also faul, bekifft und schön relaxt - sicherlich ganz spaßig. Für alle anderen um Gottes Willen kaum. "Ein göttlicher Job" läuft am 19. April in den Kinos an.

    Markus Sambale, AP

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