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  • Kritik: Gnadenlose Gäste aus der Zukunft

    esurrection, Montana, 4. April 2063: Ein alter Mann blickt in den klaren Nachthimmel. Neben dem Sternbild Löwe entdeckt er einen unscheinbaren Lichtball - da prasseln auch schon Feuerkaskaden auf ihn nieder. Der Alte, der sich gerade noch retten kann, ist der Wissenschaftler Zefram Cochrane (James Cromwell, "Schweinchen Babes" Bauer). Was er nicht ahnt: Die Attacke aus dem All kommt von Angreifern aus der Zukunft und gilt allein ihm. Denn der versoffene, aber geniale Tüftler steht kurz davor, die größte Entdeckung der Raumfahrt zu machen: Den Warp-Antrieb, der Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit ermöglichen und der Menschheit den ersten Kontakt mit Außerirdischen bescheren wird. Die Invasoren planen, Cochrane vor seinem Geniestreich auszuschalten, damit sie 250 Jahre später bei der Eroberung der Erde von niemandem gestört werden.

    Im achten "Star Trek"-Kinoepos steht wieder mal das Schicksal der guten alten Erde auf dem Spiel. Wer könnte da hilfreicher wirken als Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) und seine schneidige Crew vom TV-Quotenhimmel? Die folgt den Aliens in die Vergangenheit, um deren perfiden Plan zu vereiteln. Denn die ungerührten Mensch-Maschinen, die Borg heißen, kennen nur ein Ziel: Alle Lebensformen des eigenen Willens zu berauben, um sie ihrem seelenlosen Kollektiv einzuverleiben. Picards Mannschaft muß eine herbe Feuertaufe bestehen - schließlich haben Kirk, Scotty und Co. im letzten "Star Trek"-Film abgemustert. Dafür taucht ein Bekannter aus grauer "Enterprise"-Vorzeit wieder auf: Zefram Cochrane ist Insidern aus der Episode "Metamorphose" von 1967 bekannt. Damals war er allerdings bedeutend jünger, sah besser aus und hatte feinere Manieren. Na ja, die 60er...

    Damit hat sich's mit der Nostalgie auch schon. Das neue Prunkstück der Föderation, die "Enterprise NCC 1701-E", ist nicht nur flotter als ihre Vorgänger, sondern vor allem besser bewaffnet. Und so wird geballert, was die Phaser hergeben. Im Kino geht's actionreicher zur Sache als in der TV-Serie. Picard, Riker, Troi Co. sind allerdings ganz die alten. Verändert hat sich der Androide Data, der schon immer gern ein Mensch sein wollte. Jetzt ist er fast einer: Er lernt, den Emotions-Chip zu benutzen, der ihm im letzten Kinofilm eingepflanzt wurde. Wer immer schon mehr über Datas Sexleben wissen wollte, aber nie zu fragen wagte, erfährt jetzt die letzten Geheimnisse...

    Bei den Borg ließ sich Regisseur Jonathan Frakes von den Schöpfungen des "Alien"-Erfinders H. R. Giger inspirieren. "Wenn schon Ideen klauen, dann nur bei den Besten!" meint Frakes, der bisher acht "Enterprise"-Episoden fürs Fernsehen inszenierte und vor der Kamera als Commander Riker im Einsatz ist. Dank diverser Anleihen bei SF-Vorbildern wird sein Endzeitdrama auch für Filmfans interessant, die der "Trek"-Kult ansonsten kaltläßt. Trekkies, die eine Story mit Tiefgang erhofften, könnten dagegen etwas enttäuscht sein.

    Kleines Trostpflaster für sie: "Der erste Kontakt" bietet eine Fülle Insider-Jokes und sogar einige literarische Anspielungen. Captain Picard wird plötzlich klar, daß sein Rachedurst gegenüber den Borg nur mit Käpt'n Ahabs Haß auf Moby Dick vergleichbar ist. Und wenn der Shakespeare-erprobte Brite Patrick Stewart einen Schädel zur Hand nimmt und ihn bedeutungsvoll anblickt, liegt "Hamlet" in der Luft: Borg oder Nicht-Borg, das ist hier die Frage.

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