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  • Kritik: Glücklicher Ed Harris zwischen Julia Roberts und Susan Sarandon

    Luke ist ein Mann in den besten Jahren und kann sich nicht beklagen: Zwar ist die Ehe mit Jackie gescheitert, aber er hat mit ihr zwei reizende Kinder, dazu wartet stets die attraktive Werbefotografin Isabel auf ihn.

    Luke liebt die junge Frau wie auch seine beiden mit Jackie gezeugten Kinder. Doch diese hoffen inständig auf die Versöhnung ihrer Eltern. Weder die zwölfjährige Anna noch der achtjährige Ben haben etwas übrig für die neue Flamme ihres Vaters. Da kann sich Isabel so viel Mühe geben, wie sie will, sie erntet von beiden nur Ablehnung. Und das findet Jackie auch gar nicht so falsch.

    Denn Jackie ist eine wahre Übermutter, die alles überaus perfekt zu organisieren versteht, ganz im Gegensatz zu Isabel. Zerrissen zwischen beruflichen Belastungen, der Beziehung zu Luke und dem Bestreben, Anna und Ben auch für sich ein wenig zu gewinnen, macht diese immer wieder Fehler. Luke will sie trotzdem heiraten. Das ist nicht die einzige Enttäuschung für Jackie. Denn sie spürt wohl, daß ihre Kinder langsam Zuneigung zur künftigen Stiefmutter entwickeln. Erst als Jackie sehr krank wird, kommen sich auch die ungleichen Frauen näher.

    Nun heißt es, gemeinsam für Luke und die Kinder "Seite an Seite" zu gehen. Das ist auch der Titel des Hollywood-Dramas von Chris Columbus, das am 28. Januar in die Kinos kommt. Eine Reihe teurer Drehbuchautoren haben an dieser Geschichte um Mutterglück und Kinderleid gebastelt. Es ist also ein wohlkalkuliertes Stück Gefühlskino, mit dem Hollywood die Herzen der Welt anzurühren versucht. Nicht immer bleibt das Kalkül dem Betrachter verborgen, zumal Regisseur Columbus als ausgewiesener Kinokonfektionär seine kreativen Grenzen hat. Aber das Hauptereignis des Films sind ohnehin seine Darsteller.

    Susan Sarandon, 52 und attraktiv wie je, spielt die Mutter mit der ihr eigenen Intensität, "Pretty Woman" Julia Roberts, 30 und nicht mehr ganz so strahlend wie einst, ist die künftige Stiefmutter, der kernig-sensible Ed Harris, 48 und immer besser, ist der Mann zwischen den beiden. Nicht zu vergessen natürlich die ausgezeichneten, sehr unverkrampft spielenden Kinderdarsteller Jena Malon als Anna und Liam Aiken als Ben. Diesem großfamiliären Quintett zuzuschauen, ist den Kinobesuch allemal wert.

    Sarandon ist privat selbst späte Mutter dreier Kinder, Roberts noch kinderlos, Harris sowohl als besorgter Vater wie auch als Liebhaber einer jüngeren Frau durchaus glaubhaft. Der herbe, fast kahlköpfige Held mancher Spitzenproduktionen des gegenwärtigen Hollywood-Kinos hat diese Rolle genossen: "Ein Mann zwischen Susan Sarandon und Julia Roberts? Machen wir uns nichts vor, der Typ hat mehr Glück als Verstand." Dem kann man nur zustimmen. Manches ist allerdings hart an der Kitschgrenze.

    So ist das Einkommen aller Figuren offenbar absolut gesichert, die Szenerie riecht immer nach Traumfabrik, zum Beispiel das bezaubernde Traumhaus der Familie im Kolonialstil oder Isabels schicker Fotojob. "Seite an Seite" ist gleichwohl ein Film, der in die Herzen geht. Er gibt Kunde von einem universellen Problem der westlichen Welt, nämlich der Schwierigkeit des Familienlebens in Zeiten schier unermeßlicher Freiheit der Individuen von traditionellen Bindungen und Zwängen. Der Film zeigt das Problem auf, er hat aber keine andere Lösung parat als Jackies Sterben. Im richtigen Leben geht es meist komplizierter zu.

    Wolfgang Hübner, AP

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