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  • Kritik: Glänzend besetzter Krimi von Robert Benton

    Der aufrechte Paul Newman ist inzwischen 73, "Rockford" James Garner wurde kürzlich 70, der knorrige Gene Hackman zählt auch schon 67 Lenze. Da ist die schöne Susan Sarandon mit ihren 52 Jahren erst eine Art Nesthäkchen. Alle vier sind Hauptdarsteller in einem sehenswerten, am 6. August in den Kinos anlaufenden Film.

    Trotz des reifen Alters der Akteure wartet kein Seniorenmelodram, der Titel ist auch nicht "Bevor es dunkel wird". Vielmehr heißt das von Robert Benton geschriebene und inszenierte Leinwandstück "Im Zwielicht" und ist ein altmodisch solider Krimi mit wunderbaren pointierten Dialogen. Er beweist, daß Darsteller der Spitzenklasse nicht alt, sondern einfach nur noch besser werden.

    Harry Ross (Newman) ist ein vom Schicksal gebeutelter früherer Polizist und Privatdetektiv, der sich in der Luxusvilla des alternden Schauspielerpaares Jack und Catherine Ames (Hackman und Sarandon) einquartiert hat. Ross hat dessen durchtriebenes Töchterchen Jahre zuvor vorm Abrutschen ins kriminelle Milieu gerettet. Der unheilbar krebskranke Jack braucht ihn als Kartenspielpartner. Außerdem begehrt Ross die trotz übermäßigem Alkohol- und Nikotingenuß noch höchst attraktive Catherine. Als er für Jack einen prallgefüllten Briefumschlag übergeben soll, findet er einen Toten und sich selbst bald unter schwerem Verdacht.

    Harry war ein zu guter Polizist, um nicht dem sehr alten und bösen Geheimnis, das sich auftut, auf die Spur zu kommen. Dabei kreuzt sich sein Weg mit dem alten Kumpel Raymond (Garner), der mehr weiß, als er sagen will. Bevor es zwischen Harry und Raymond ernst wird, klärt letzterer ersteren darüber auf, warum ihm seine ehemaligen Kollegen bei der Polizei, insbesondere die ansehnliche Verna, so mitleidig behandeln: Alle Welt glaubt nämlich, daß ein nicht unwichtiges männliches Körperteil Harrys bei einer Schießerei dauerhaft unbrauchbar gemacht worden ist. Harry weiß es besser. Aber erst einmal gibt es Wichtigeres zu erledigen.

    Es läßt sich nicht sagen, daß die Krimigeschichte dem Autor Benton außergewöhnlich originell oder gar psychologisch abgründig geraten wäre. Die Auflösung des Falls ist absehbar, die Schuldigen sind keine Überraschung. Doch das stört überhaupt nicht. Denn bei "Im Zwielicht" ist der Weg das Ziel: Lakonisch-witzige Dialogstellen, amüsante Abschweifungen und Anspielungen, originelle Typen auch in den Nebenrollen, vor allem aber das oft hinreißend ironische Zusammenspiel von Newman, Hackman und Sarandon.

    Allesamt sind sie Oscar-Preisträger wie übrigens auch Regisseur Benton, dessen größter Erfolg das Ehedrama "Kramer gegen Kramer" war. Newman, Hackman und Garner haben natürlich den Zenit ihrer großen Karrieren überschritten. Trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten hat Bentons Film keine große Zuschauerresonanz in den USA gefunden. Denn die jungen Zuschauer, von denen alles abhängt, haben inzwischen ganz andere Kino-Idole. Aber es ist schön, daß eine große Hollywood-Generation in den allzu schnell verstreichenden 94 Minuten von "Im Zwielicht" noch einmal zeigt, was sie kann und was wir an ihr verlieren werden.

    Wolfgang Hübner, AP

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