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  • Kritik: Geschichte von Verdammnis und Erlösung

    In Stein gemeißelte Gesichter starren teilnahmslos auf den gekreuzigten Christus. Sie sind Bestandteile eines Freskos, das in einer Kirche aus dem 1. Jahrhundert freigelegt wurde. Doch die abgebildeten Personen tauchen unter den Bewohnern des nahe gelegenen Ortes wieder auf. Das glaubt zumindest Cassie (Christina Ricci), eine England-Touristin, die nach einem Autounfall aufgrund einer Amnesie nicht weiterreisen kann und von bedrohlichen Halluzinationen geplagt wird.

    Malerische Bilder und eine straffe Dramaturgie sorgen in Brian Gilberts "The Gathering" für einen gelungenen Fantasy-Thriller, dessen Story nach Erzählmustern traditioneller Spukgeschichten gestaltet ist, aber dennoch mit unerwarteten Handlungsverläufen aufwartet.

    Rätselhaftes Band zwischen Cassie und Michael

    Nach einem Unfall wacht Cassie in einem Krankenhaus auf, ohne zu wissen, wie und warum sie in diese Stadt gekommen ist. Doch intuitiv weiß sie den Namen des kleinen Jungen, der neben ihrem Bett wacht. Michael (Harry Forrester) war mit im Auto, als seine Stiefmutter Cassie angefahren hat, die plötzlich wie aus dem Nichts auf einem Waldweg aufgetaucht war. Zwischen Cassie und Michael scheint ein festes Band zu existieren, das die Schicksale beider aneinander kettet.

    Cassie findet Unterschlupf bei Michaels Familie in einem prächtigen Landschloss. Über Michaels Vater, der mit der Erschließung der kürzlich freigelegten Kirche aus dem 1. Jahrhundert zu tun hat, stößt er auch auf die Fotografien des rätselhaften Kreuzigungs-Freskos.

    Gutes Timing für Schockelemente

    Nachts wird Cassie von unheimlichen Visionen geplagt, die auch Michael heimsuchen und scheinbar mit früheren Ereignissen des Hauses zu tun hatten. Tagsüber sieht sie von tödlichen Wunden gezeichnete Menschen und immer wieder stumm beobachtende Bewohner des Ortes, die mit den Gesichtern aus dem Kirchenfresko identisch sind. Cassie glaubt, dass hinter den Erscheinungen reale Ereignisse stehen und stellt hartnäckig Nachforschungen an. Diese führen sie auf die Spur zu schrecklichen Taten in Vergangenheit und Zukunft.

    Schnörkellos und mit einem guten Timing für Schockelemente hat Regisseur Brian Gilbert seine eigenwillige Horrorstory konzipiert. Dabei verzichtet er wohltuend auf spektakuläre Spezialeffekte und konzentriert sich auf die natürliche Atmosphäre der englischen Location und die überzeugende Ausdruckskraft seiner Darsteller. Die Geschichte bietet alles, was die klassische Geistergeschichte ausmacht: verwunschene Gebäude, zum ewigen Wandern verdammte Seelen und eine Erlösung nach kirchlicher Mythologie.

    Ein paar Fragen bleiben ungeklärt

    Die Handlungsstränge werden bis zum dramatischen Finale geschickt verpackt, so dass sich der Zuschauer so manch überraschender Wendung gegenüber sieht. Zwar bleiben zugunsten eines zügigen Erzählflusses ein paar Fragen ungeklärt und Personen zu flach, doch das ist gerade im fantastischen Genre nichts Ungewöhnliches und tut dem gruseligen Vergnügen keinen Abbruch.

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

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