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  • Kritik: Geschichte einer träumerischen Liebe

    Der Liebe überdrüssig will ein Juwelendieb die Welt umsegeln. Eine Sängerin mit dem Hang zur Melancholie ist von der Liebe enttäuscht und flüchtet sich in ein Engagement nach Marokko. In den Jetset-Hotels entlang der Küste tritt sie dort als Barsängerin auf. Beiden gemein ist, dass sie unter mysteriösen Blackouts leiden, die sie immer wieder der Realität entrücken.

    Vor der Kulisse des nordafrikanischen Landes erzählt Claude Lelouchs "and now...Ladies und Gentlemen" eine Mischung aus träumerisch poetischer Liebesgeschichte und einer intriganten Krimikomödie, die in eine ungewöhnliche Heilung und eine wunderbare Liebe mündet.

    Lelouch ist gleichzeitig Autor, Produzent und Regisseur

    Noch völlig verwirrt von einem seiner Blackouts betritt Valentin das Hotel, in dem Jane gerade gastiert. Es herrscht sofort eine magische Anziehung zwischen Sängerin und Meisterdieb, die beide ihre Vergangenheit hinter sich lassen wollen und nach einem neuen Anfang suchen. Doch spätestens, als die Juwelen der Gräfin Falconetti (Claudia Cardinale) aus deren Hotelzimmer gestohlen werden, holt Valentin sein bisheriges Leben wieder ein. Jane verschafft ihm zwar ein Alibi, doch die marokkanische Polizei glaubt sich sicher zu sein, dass Valentin der Täter ist.

    "Das Leben ist mein Beruf. Ich kann nur von Ereignissen erzählen, die ich selber beobachtet habe. Je intensiver ich etwas mitkriege, desto größer ist die Chance, dass etwas davon auf der Leinwand auftaucht", beschreibt Autor, Produzent und Regisseur Lelouch das Grundprinzip seiner Arbeit. Als Regisseur gewann er 1966 für "Ein Mann und eine Frau" zwei Oscars und die Goldene Palme von Cannes. Fast 40 Jahre später setzt der Altmeister nun auf Oscarpreisträger Irons und Leinwanddebütantin Kaas, um dieser Thematik frischen Wind zu verleihen.

    Musik spielt eine Hauptrolle im Film

    Lelouchs neues Werk hat Längen. Als Valentin die Hotelbar betritt und Jane erstmals erblickt, verweilt die Kamera sehr lange auf den Gesichtern und hängt sich an bedeutungsschwangere Blicke, die immer wieder bei Kaas und ihrem Gesang enden. Denn neben den Darstellern spielt die Musik die Hauptrolle in dem Film. Den Chansons des Musikstars, der weltweit bereits 14 Millionen Tonträger verkauft hat, bereitet der Film eine große Bühne. Lelouch verlässt sich dabei bewusst auf die sinnliche Poesie der Sängerin.

    Irons gibt der Story seinen kantigen Charme

    Am Wallfahrtsort in der Wüste, von dem sich beide Heilung von ihren mysteriösen Blackouts versprechen, führt Lelouch seine Darsteller behutsam zueinander. Doch wenn die seelenverwandten Dialoge und langanhaltenden Blicke ihre erzählerische Kraft zu verlieren drohen, überlässt der Regisseur den Chansons das Weiterführen seiner Geschichte. Irons verleiht der Geschichte dennoch seinen kantigen Charme und dient mit geheimnisvollen Blicken als Stichwortgeber für die jeweilige Gesangseinlage seiner Filmpartnerin. Für Lelouch sind seine Schauspieler damit optimal eingesetzt: "Es heißt immer, man brauche drei Dinge für einen guten Film: Eine gute Story, eine gute Story und eine gute Story. Ich halte dagegen: Zuallererst braucht man gute Schauspieler, weil sie selbst die banalsten Texte faszinierend machen."

    Frank Schräder, ddp

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