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  • Kritik: Gerechtigkeit für die Funk Brothers!

    Man kennt die Soul-Klassiker von Marvin Gaye, Diana Ross oder den Supremes, aber wer hat eigentlich die Musik für die unzähligen Hits eingespielt, die fast alle beim legendären Plattenlabel "Motown" erschienen sind?

    Sie nennen sich selbst die Funk Brothers, ihre Musik ist weltberühmt, sie aber sind so etwas wie die vergessenen Söhne der Popgeschichte. In seiner ebenso informativen wie kurzweiligen, bereits mehrfach preisgekrönten Dokumentation lässt Regisseur Paul Justman den noch lebenden und auch den verstorbenen Funk Brothers endlich Gerechtigkeit widerfahren.

    "Mitreißender filmischer Liebesbrief"

    Für seine Recherche, die von der Washington Post als "mitreißender filmischer Liebesbrief" gelobt wurde, kombinierte Justman exklusive Interviews mit Archivmaterial und einem ausführlichen Konzertmitschnitt, in dem die Old Boys of Funk zusammen mit zeitgenössischen Sängern wie Ben Harper, Bootsy Collins und Chaka Khan viele "Motown"-Hits noch einmal spielen.

    Wenig Glanz - viel knallharte Schufterei im Studio

    1959 gründete Berry Gordy in der Autostadt Detroit sein Label "Motown" und brachte dafür die besten Blues-und Jazzmusiker zusammen. Sie spielten in den Clubs der Stadt, der Pianist Earl van Dyke, das Bass-Genie James Jamerson, Schlagzeuger Uriel Jones und etliche andere großartige Live-Performer. Aber der Beginn der Arbeit bei "Motown" war für diese Männer nicht der Auftakt einer glamourösen Karriere, sondern bestand zu großen Teilen aus knallharter Schufterei im Studio.

    In der "Schlangengrube" entstand "Stop in the Name of Love"

    Ein wenig Wehmut klingt schon mit an, wenn die betagten Musiker sich noch einmal im legendären Studio A, auch bekannt als "Hitsville U.S.A.", an alte Zeiten erinnern. Wie ein düsteres Kellerverlies wirkt dieses längst verwaiste Studio, dass im Jargon der Funk Brothers nur "Schlangengrube" hieß. Von Glamour keine Spur. Hier entstanden Hits wie "Heat Wave", "Dancing in the Streets" oder "Stop in the Name of Love".

    Trotz aller Rückschläge und der Ignoranz der Industrie - sie haben ihren Humor nicht verloren, die Funk Brothers. Auch nach 30 Jahren spürt man noch die Power und den befreienden Groove dieser so gar nicht vergreist wirkenden Künstler, die zu ihren besten Tagen nicht selten nach einem einem 14-stündigen Studiotag noch in den Detroiter Clubs heiße Sessions bis in den Morgen hinlegten.

    "Motown" war eine gnadenlose Hitfabrik

    "Motown", das war eine gnadenlose Hitfabrik, die nach dem Prinzip des "hire and fire" funktionierte. Die Studiomusiker galten als die kleinsten Rädchen in dieser Knochenmühle. Irgendwann hatten die Jungs dann ihre Schuldigkeit getan - "Motown" folgte dem Zeitgeist und zog um nach Los Angeles, die Funk Brothers standen fast alle auf der Straße. Der Traum war ausgeträumt.

    Johannes von der Gathen, dpa

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