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  • Kritik: Geisterbahn der Vulgaritäten

    Bislang peinlichste "Körperflüssigkeits-Komödie"

    Der fulminante Beginn von "Scary Movie 2", in dem der schwarze Regisseur Keenen Ivory zur Einstimmung den Kult-Horrorthriller der Filmgeschichte, "Exorzist", verulkt, lässt auf weitere geschmacklose Entgleisungen hoffen.

    Schließlich war "Scary Movie" so erfolgreich, weil darin Teenie-Horrorfilme rigoros parodiert und demontiert wurden. Harten Tobak erwartet man sowieso: Wer in "Scary Movie 2" geht, hat den Vorgänger wahrscheinlich gesehen, weiß also, auf was er sich einlässt, und hat seinen guten Geschmack zu Hause gelassen. Doch in "Scary Movie 2" sollte man mit leeren Magen gehen, den jener wird sich im Film umdrehen; am besten bleibt man also zu Hause.

    Waren im ersten "Scary Movie" hauptsächlich die sogenannten "Slasher-Filme" die Zielscheibe der Persiflage und "Scream" der rote Faden, so sind es diesmal querbeet alle einigermaßen erfolgreichen Streifen, die in den letzten drei Jahren in den USA liefen. Die "Scary Movie" überlebende Freundesclique rund um Cindy, der naiven Watschenfrau, folgt nun dem Aufruf eines verrückten Professors, der in einem Schloss Experimente über Schlafverhalten anstellen will. "Das Geisterschloss", jener gefloppte Horrorfilm von Jan de Bont, bietet also die Rahmenhandlung.

    Und während geile Geister, Skelette, sprechende Papageien und verkrüppelte Hausdiener die Teenager durchs Schloss jagen, werden wie am Fließband und mit konsequentem Latrinenhumor Momente aus "Tiger Dragon", "Poltergeist", "Schatten der Vergangenheit", "Mission Impossible 2", "Charlie's Angels", "Hollow Man", "Hannibal" und unzähligen anderen Filmen zitiert. Das Problem dabei ist nun nicht nur, das höchstens abgehärtete Filmkritiker in der Lage sein dürften, alle von den sieben Drehbuchautoren ausgedachten Anspielungen zu würdigen.

    Selbst der Fäkal- und Genitalhumor an sich ist noch nicht verdammenswert. Das Problem ist, dass man fast jeden Witz schon von weitem kommen sieht, und dass dem Zitatengestammel jegliche Subversivität und Originalität ausgetrieben wurde. Diese Geisterbahn ist nicht nur eklig, sondern langweilig. Die zehnminütige teuflisch lustige "Exorzist"-Parodie am Anfang hat mit dem Rest des Films nichts zu tun. Danach sollte man gehen. "Scary Movie 2" ist der bislang unappetitlichste Vertreter der "Körperflüssigkeiten-Komödie".

    Das ist jenes mit "Verrückt nach Mary" entstandene Genre, in dem jeder Film den vorhergehenden an Peinlichkeiten unterbieten will, und es auch immer schafft. Würde man in "Scary Movie 2" die Witze wegstreichen, so blieben fünf Minuten Handlung übrig. Das Nonstop-Tempo, in dem Gags über Sperma, Erbrochenes und Furzen gemacht werden, sollte sogar Pubertierende abschrecken. Aber man weiß ja nie.

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