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  • Kritik: Geglückte US-Komödie "White Lies"

    Frankfurt/M (AP) Es gibt nichts Schwierigeres, als eine intelligente Komödie auf die Leinwand zu bringen. Der Regiedebütant Ken Selden weiß das nur zu gut: Sechs Jahre hat der Absolvent der New Yorker Filmhochschule an seinem Drehbuch für den frechen Einblick in Schein und Sein der Kunstszene gearbeitet. Doch die Mühe hat sich gelohnt, denn "White Lies", so der Titel des am Donnerstag in Deutschland anlaufenden Films, ist ebenso kurzweilige wie niveauvolle Kinokost geworden.

    Im Mittelpunkt der 94minütigen Handlung steht der wortgewandte Museumswächter Leon (Larry Gilliard), ein junger Schwarzer, der die Nase voll von seinem langweiligen und schlechtbezahlten Job hat. Weit mehr interessiert er sich für hübsche Mädchen. Und Leon weiß, daß wenig das weibliche Geschlecht so betört wie Künstler und ihr Geniegetue. Also macht er sich mit unfreiwilliger Hilfe einer drogensüchtigen Malerin selbst zum Maler und erregt die Aufmerksamkeit der niedlichen Galeristin Mimi (Julie Warner).

    Diese glaubt ein großes Talent entdeckt zu haben, die arrogante Kunstmafia in Manhattan feiert den selbsternannten Protagonisten "schwarzer Kunst". Mißtrauisch ist nur Mimis Freund, ein Kunstkritiker, der bald auch Grund zur Eifersucht hat. Denn natürlich kommt es auch zu Liebesverwicklungen zwischen Mimi und Leon. Schließlich droht der Schwindel aufzufliegen, aber da hat der reiche Kunstmäzen Art, köstlich und schwergeichtig gespielt von Harvey Fierstein, die rettende Idee...

    Der Zuschauer spürt, mit wieviel Spaß alle Akteure bei der Arbeit waren: Der gewiß nicht sehr teure, aber atmosphärisch stimmige und auf einem ausgefeilten Derhbuch basierende Film ist rundum ein Vergnügen. In guten Komödien lacht niemand unter seinem Niveau, und das ist bei "White Lies" stets der Fall. Selden teilt nicht nur etliche Seitenhiebe gegen eine vor Eitelkeit fast platzenden Kunstszene aus, er rechnet auch auf ironische Weise mit einigen Lebenslügen wohlmeinender Weißen in den USA ab, wie der Titel auch verrät. Denn es macht eben nicht die politisch korrekte Hautfarbe den Künstler, sondern die Qualität seiner Kunst.

    Daß der begabte Selden die Chance bekam, diesen Film überhaupt zu machen, verdankt er der Bekanntschaft mit dem aus Basel stammenden Erfolgsproduzenten Arthur Cohn. Der fünffache Oscar-Gewinner, im internationalen Filmgeschäft ein Mann mit legendärem Ruf, engagierte sich in jeder Phase für das Projekt, auch bei den Dreharbeiten war er fast immer anwesend. Es hat sich gelohnt für Cohn, der von sich sagt: "Wenn ich etwas mache, dann mache ich es perfekt." Und es lohnt sich für den Zuschauer, diese wunderbar gelungene Komödie um eine charmante Lüge im Kino zu erleben.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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