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  • Kritik: Gegensätze und ein ungelöster Familienkonflikt

    Ein 17jähriger New Yorker kommt nach Irland zu seinem Onkel auf dem Land. Im Gepäck hat er die Asche seiner Mutter. Vor ihrem Tod hatte Karen dem Bruder in Irland geschrieben, er möge ihren Sohn bitte aufnehmen. Doch beim Anblick des Neffen bleibt Onkel Tony (Donal McCann) der Mund offen: Chad (Hill Harper) ist schwarz. "Der amerikanische Neffe" kommt am 10. Dezember in die Kinos.

    In dem kleinen Dorf fällt Chad mit seinen Dreadlocks auf wie ein bunter Hund. Sein wortkarger Onkel bleibt ihm gegenüber kalt und verschlossen und spannt ihn zu schwerer Arbeit ein. Chad erhält keine Antwort auf die Frage, warum Karen die Insel vor 20 Jahren verließ. Onkel Tony gibt dem Kneipenbesitzer Joe Brady (Pierce Brosnan) die Schuld daran, und dieser antwortet ihm: "Ich liebte Karen, und du hast nie jemanden geliebt." Weil die beiden Männer ihren Konflikt noch nicht beigelegt haben, wollen sie auch die sich anbahnende Beziehung zwischen Chad und Bradys Tochter Aislin (Aislin McGuckin) verbieten.

    Der gebürtige Ire Pierce Brosnan, bekannt als James-Bond-Darsteller, fungiert in diesem Film zum ersten Mal als Produzent. Es ist auch das erste Kinowerk des irischen Regisseurs Eugene Brady. Da auch die meisten Schauspieler Iren sind, strahlt der Film die Liebe zur grünen Insel und ihren Menschen aus. Die Bodenständigkeit, Einfachheit, aber auch die Bürde alter Traditionen und die ländliche Schwere stehen in reizvollem Gegensatz zu Chads frischer Großstadtmentalität.

    Onkel Tony stört sich daran, wie unbeschwert der Neffe ist, wie er sich kleidet und gibt, daß er so viele Fragen stellt und daß er auch noch eine gefühlsmäßige Beziehung zu ihm sucht. "Er gehört nicht hierher", sagt er bald. Doch spätestens als der Knecht Patsy (Phelim Drew) einen Rap auf dem Traktor singt, weiß man, daß der Neffe aus New York die Dinge in Bewegung bringt. Onkel Tony wird sich auch überwinden müssen, endlich Gefühle zu zeigen, um Chad nicht zu verlieren: "Es tut mir leid, gib mir eine zweite Chance, bitte", hört man den alten Dickschädel rufen, und dann wird alles gut.

    Auch wenn das Happy-End etwas kitschig wirkt, ist diese Geschichte um den Generationenkonflikt und die Gegensätze von Stadt und Land erstaunlich amüsant, und zwar für alle Altersgruppen. Die Gründe sind wohl Hill Harpers Natürlichkeit als Chad, die anderen müssen sich wohl auch nicht groß verstellen. Die Konflikte kommen einmal nicht tonnenschwer daher, es werden aber auch nicht zwanghaft Witze produziert. Diesen Film kann man auch mehrmals anschauen.

    Bianka Piringer, AP

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