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  • Kritik: Gefühlvolle Komödie der FarrellyBrüder

    Was ist die wichtigste Beziehung im Leben eines Mannes? Die zu seiner Lieblingsmannschaft, ist zumindest der Lehrer Ben in dem neuen Film «Ein Mann für eine Saison» der Farrelly-Brüder überzeugt.

    Seit der Kindheit ist Ben ein besessener Fan des Bostoner Baseball-Teams Red Sox und es scheint nichts zu geben, was diese flammende Liebe stören könnte - bis eines Tages in seinem Leben eine Traumfrau auftaucht, die hübsche, charmante und lustige Lindsey, bezaubernd gespielt von Drew Barrymore. Von da an kann es nicht mehr lange dauern, bis beide Leidenschaften Ben in einen gravierenden Konflikt mit ungewissem Ausgang geraten lassen.

    Bei den Regisseuren Peter und Bobby Farrelly erwartet man nach Filmen wie «Dumm und Dümmer» oder «Verrückt nach Mary» Gags unter der Gürtellinie und brachiale Komik. Doch die beiden Brüder haben diesmal einen ganz anderen Film gemacht: Eine warme, gemütliche Beziehungskomödie um die Liebe zu Mannschaften und Menschen und den zerstörerischen Mechanismus der Besessenheit. «Sie lassen dich nie im Stich. Sie sind immer da», versucht Ben selbst, seine Leidenschaft zu erklären. «Haben die Red Sox dich jemals auch geliebt?», belehrt ihn ausgerechnet ein überdurchschnittlich weiser Teenager.

    Lindsey ahnt erst gar nicht, worauf sie sich einlässt. Der «Winter-Ben» (Jimmy Fallon) ist nämlich ein liebenswürdiger, wahnsinnig netter junger Mann mit einem hellblauen VW-Käfer und viel zu kurzen Pullovern. Doch wenn die Baseball-Saison beginnt, übernimmt sein Sommer-Ich die Kontrolle, und dann nimmt er kaum noch etwas wahr außer Baseball und wird unausstehlich bis peinlich in seinem Fan- Gebaren.

    Der Film basiert - wenngleich recht entfernt - auf dem Buch «Fever Pitch» des britischen Bestseller-Autors Nick Hornby, in dem er die Besessenheit mit dem Fußball-Club Arsenal London beschrieb, eine Lebensgeschichte, die sich in einem endlosen Reigen einzelner Spiele auflöst. Nicht nur, dass für den US-Markt der immer noch wenig populäre Fußball durch Baseball ersetzt wurde, die Farrelly-Brüder versuchten gar nicht erst, eine verzwickte autobiografische Story zu inszenieren, sondern pickten sich gezielt nur den Beziehungsaspekt heraus, der in der Buchvorlage eher eine untergeordnete Rolle zukam.

    Dabei wird deutlich, was sonst meist in all dem Rummel und - oft geheuchelter - Empörung über die Gags um eingeklemmte Genitalien, abgebissene Wellensittich-Köpfe oder die berühmte Verwechslung von Sperma und Haargel unterging: Die Farrelly-Brüder sind einfach sehr gute Geschichtenerzähler. Die sympathischen Figuren von Ben und Lindsey erobern sofort die Herzen der Zuschauer, das Aufflackern der unnachahmlichen Situationskomik sorgt für angenehme Leichtigkeit, und nicht zuletzt dank der Hauptdarsteller wirkt der Film stets aufrichtig und nie kitschig.

    Mit Fallon, der vor allem im US-Fernsehen arbeitete und nur selten auf der Kinoleinwand zu sehen war, fanden die Regisseure einen perfekten Darsteller für einen Farrelly-Film. Schließlich hatten sie schon immer ein Herz für Verlierer, die am Ende manchmal gewinnen - und manchmal eben auch nicht, aber sich trotzdem als Sieger fühlen dürfen, weil sie gute Menschen sind. Andere notorische Verlierer - die Red Sox - bereiteten den Machern des Films dagegen Kopfschmerzen. Die Mannschaft, die seit 1918 keine Meisterschaft gewann, und im Film ausscheiden sollte, erwischte plötzlich eine Glückssträhne, so dass das Drehbuch eilig umgeschrieben werden musste.

    dpa

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