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    Kritik: Gefangen in einem Palast des Horrors

    Ästhetisches Gesamtkunstwerk voller visueller Effekte

    Arthur ist buchstäblich abgebrannt. Denn nach einem Feuer lebt er mit seinen Kindern beengt in einer schäbigen Wohnung. Das Erbe erweist sich als verhängnisvolles Vermächtnis: Schnell entpuppt sich der Glaspalast als infame Horrormaschine und Spielplatz für einen plakativen Schocker.

    Erfolgsproduzent Joel Silver ("Matrix") ist nicht unbedingt für leise Töne bekannt. Und Regisseur Steve Beck lässt es in seinem Spielfilmdebüt denn auch gewaltig krachen.

    Zwölf Geister sind eingesperrt in das Gemäuer, und bald verirren sich die Neuankömmlinge in dem labyrinthischen Gehäuse. Ebenso ergeht es allerdings den Zuschauern mit dem Film, denn das bombastische Konstrukt verwirrt eher als dass es fesselt. Weder als Horrorfilm noch als ein vertracktes Spiel um eine logistische Herausforderung ist dieser Spuk überzeugend. Nicht räumliches Denken und mathematische Kopfarbeit (wie in dem kanadischen Low-Budget-Erfolg "Cube") weisen den Weg aus dem verfluchten Haus, sondern archaische Kräfte. Der Bann, so wird Arthur erfahren, wird erst gebrochen, wenn ein 13. Geist einzieht, und dafür müsste sich einer von den noch Lebenden opfern.

    "13 Geister" ist ein Remake von William Castles B-Movie Klassiker "House On Haunted Hill". Castle, der später "Rosemary's Baby" produzieren sollte, war nicht nur ein Meister des Low-Budget-Horror. Er war auch ein Experte des Marketing, der die Inszenierung seiner Filme bis in die Zuschauerräume ausgedehnt hatte. Als "House On Haunted Hill" 1958 in die Kinos kam, gab es für die Zuschauer Spezialbrillen. Damit konnten sie auf der Leinwand Geister sehen, die das bloße Auge nicht wahrnehmen konnte. Im Remake sind diese Sehhilfen in die Geschichte eingebaut. Im Gegensatz zu den ahnungslosen Besuchern des Höllenpalastes brauchen die Zuschauer im Kino aber keine Spektralbrillen, um die eindrucksvoll verstümmelten Horrorwesen zu sehen.

    Visuelle Effekte sind die eigentliche Profession von Steve Beck, der sich vor allem als Werbefilmer und Visual-Effects-Art-Direktor (unter anderem für "Indiana Jones" und "Abyss") einen Namen machte. Und es ist nicht zu bestreiten, dass sein Palast des Horrors ein ästhetisches Gesamtkunstwerk ist. Gegen den B-Movie-Charme des Originals hat dieser Hochglanz-Schocker dennoch keine Chance. Castles Geist bleibt weitgehend unsichtbar, obwohl seine Tochter Terry dieses Remake selbst angeregt hat.

    Gabriele Meierding, dpa

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