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  • Kritik: Futuristische LoveStory

    Der Mann ist ein echter Workaholic: Ein gutes Dutzend abendfüllender Spielfilme hat Regisseur Michael Winterbottom seit seinem gefeierten Debüt «Butterfly Kiss» (1994) realisiert.

    Dabei tummelt sich der von der Kritik gefeierte Brite in allen Genres: Beziehungsdrama, Kostümfilm, aber auch dokumentarisch geprägte Arbeiten wie die aufwühlende Flüchtlingsgeschichte «In This World», für die Winterbottom vor zwei Jahren auf der Berlinale mit einem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde. Zuletzt sorgte sein provokantes Sex-Experiment «Nine Songs» für Diskussionen.

    Winterbottoms neuer Film spielt in einer nicht näher bestimmten Zukunft, in der die Erde ziemlich alt aussieht. In hermetisch abgeschirmten Mega-Städten haben die Privilegierten Schutz gefunden, die Mehrheit lebt in verödeten Arealen außerhalb vor sich hin. Zugang zu den Metropolen erhält man nur durch Identitätsausweise, so genannte «Papelles», die höchst begehrt sind und deshalb gefälscht werden.

    Auf eine solche Fälschung wird der verheiratete Ermittler William Geld (Tim Robbins) angesetzt. Er reist im Auftrag eines multinationalen Konzerns von Seattle nach Schanghai, um den Missbrauch aufzudecken. Mit Hilfe eines «Empathie Virus» überführt der Ermittler die junge Maria Gonzales (Samantha Morton). Anstatt die Schuldige anzuzeigen, verliebt er sich in das geheimnisvolle Mädchen und verbringt eine Nacht mit ihr. Damit bringt er sich selbst in höchste Gefahr.

    Eine ganz eigene Atmosphäre durchzieht diese stille, melancholische Zukunftsvision. Mit bescheidenen produktionstechnischen Mitteln erschafft Winterbottom dennoch eine erstaunlich eigenständige, bisweilen sehr poetische Welt. Dabei wirkt die Love-Story nicht immer ganz schlüssig. Fast spannender erscheinen beiläufige Beobachtungen: Passanten am Checkpoint, die Blicke aus dem Auto in das öde Umland, menschenleere U-Bahn-Waggons. In diesen Sequenzen ist Winterbottoms tranceartiger Film ganz bei sich.

    Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Samantha Morton und Tim Robbins stimmt dagegen nicht wirklich. Sie passen nicht zusammen, bleiben sich fremd. Aber vielleicht geht es genau um diese Fremdheit. Ihre Einsamkeit umgibt die Protagonisten wie ein unsichtbarer Trauerflor. In diesen Szenen erinnert «Code 46» ein wenig an Sofia Coppolas traurig-schöne Hotel-Romanze «Lost in Translation».

    dpa

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