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  • Kritik: Frau Rettich Co:

    Was haben Frauen eigentlich anderes im Kopf, als sich einen Mann zu angeln und möglichst schnell Kinder zu bekommen? Der Film "Frau Rettich, die Czerni und ich" weiß es genau: gar nichts. Aber natürlich ist das alles nicht ganz ernst gemeint. Die Drehbuchautorin Simone Borowiak nimmt in der Kinofassung ihres gleichnamigen Kultbuches die Geschlechtsgenossinnen erneut kräftig auf die Schippe. Die schräge Frauensatire zwischen Witz und Klamauk ist für den Bundesfilmpreis nominiert und kommt am 14. Mai deutschlandweit in die Kinos.

    Erzählt wird die Geschichte einer Frauenfreundschaft. Die fetzige Frau Rettich (Iris Berben), die "auf den zartesten Fesseln Mitteleuropas einen prächtigen Arsch spazierenführt", ist mit ihren beiden Freudinnen unterwegs nach Spanien. Frisch geschwängert, will sie dort einen reichen Schloßherrn ehelichen. Doch die Fahrt hat tausend Haken und Hindernisse. Die Czerni (Martina Gedeck) "reißt" einen feurigen Mann auf und stürzt damit ihren langjährigen Lebenspartner Bart in herzzerreißendes Unglück. Und "Goldstück", die Ich-Erzählerin mit der frechen Klappe (Jeanette Hain), verliebt sich heil- und hilflos in den attraktiven Buchhändler Bakunin (Thomas Heinze).

    Das Frauen-Trio zeichnet sich vor allem dadurch aus, daß es ständig aufeinander rumhackt: Keine läßt ein gutes Haar an der anderen. Aber wenn's hart auf hart kommt, halten die drei zusammen wie ein Mann. "Mir war wichtig, daß die Figuren nicht karikiert werden", sagt Iris Berben, "man kann sie gern haben trotz ihrer Macken: Sie sind so menschlich mit all ihren Fehlern."

    Als "Frau Rettich" 1992 erschien, gab es bei der Kritik viel Lob. "So gemein können nur Weiber über Weiber lästern", befand etwa die Frauenzeitschrift "Emma" anerkennend. Für das Drehbuch (Regie: Markus Imboden) hat die langjährige "Titanic"-Autorin Borowiak zusammen mit ihrem Kollegen Hans Kantereit die Frauenstory um einige Männerrollen erweitert. Der respektlose Witz der Vorlage ist dabei leider ein bißchen verloren gegangen. Trotzdem bietet der Film eine Überraschung: Olli Dittrich, bekannt aus der RTL-Serie "Samstag Nacht", liefert ein hinreißendes Kinodebüt. Bravourös gibt er den pedantischen Langweiler Bart, den die Eifersucht zu einem sektsaufenden Elendsbündel macht.

    Nada Weigelt, dpa

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