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  • Kritik: Französischer Actionkrimi "Dobermann"

    Zu einem ordentlichen Actionfilm gehören Explosionen, Schießereien, Verfolgungsjagden, harte Verbrecher und coole Polizisten. Doch garantiert ein Übermaß all dieser Zutaten noch lange keine Bereicherung des Genres.

    Das beweist der Streifen "Dobermann" des jungen französischen Regisseurs Jan Kounen. Blutorgien wie in einem Horrorfilm, Werbeclip-Ästhetik und liebloser Umgang mit den Figuren entlassen den Zuschauer ärgerlich. Kounen verkauft seine Arbeitsweise als Verzicht auf "gelacktes Kunsthandwerk".

    Darum geht es: Der junge Gangster Dobermann (Vincent Cassel) zieht mit seiner taubstummen Freundin (Monica Bellucci) raubend und mordend durch die Lande. In einem Landhaus sammelt er ein paar skurrile Komplizen für einen Riesenraubzug auf. Vor den Augen der Anti-Gang-Einheit der Pariser Polizei leert die Bande eine Bank aus, bringt einen Polizisten um und demütigt den Kommissar so sehr, daß dessen Wille zerbricht. Dieser Flop bringt den Fahnder Christini (Tcheky Karyo) auf den Plan. Er ist ein brutaler, menschenverachtender Bulle, der Recht und Gesetz beugt, wie es im paßt. Er will den Dobermann erwischen, egal was es kostet.

    Christini quält einen schwulen Freund des Gangsters, bis der den Treffpunkt der Bande verrät. In einer Techno-Disco kommt es zum Showdown. Die Polizei stürmt den Verbrechertreff, nachdem Christini einem Freund des Dobermanns zwischen die Beine geschossen hat. Es folgt eine zehnminütige Orgie aus Gewalt, unterlegt mit nervenzerreibendem Techno. Am Ende stehen sich Dobermann und Christini zum Duell gegenüber.

    Selbst in der realitätsfernen Welt der Actionkrimis läßt "Dobermann" den Zuschauer oft kopfschüttelnd zurück, so absurd sind die Szenen: In aller Ruhe überfallen die Gangster eine Bank, aber kein Großaufgebot der Polizei ist zu sehen. Sie haben sogar Zeit auf der Flucht umzukehren, um vergessene Komplizen herauszuholen. Den zahlreichen Gewaltszenen fehlt die sorgfältige Choreographie, die amerikanische und auch viele asiatische Produktionen auszeichnet.

    Regisseur Jan Kounen hat 30 Werbespots in seinem Arbeitsverzeichnis stehen. Diese Schule zeitigt bei "Dobermann" Folgen: Ständige Nahaufnahmen von Waffen oder Munition, schnelle Zooms auf ein Gesicht oder extrem schnelle Schnittfolge. Außerdem sind viele Szenen offenbar mit einer Handkamera gedreht und entsprechend wackelig. Wer im Kino gerne Experimente und neue Gesichter sehen will, sollte "Dobermann" anschauen. Wer aber lieber auf solide Action steht, wartet besser auf den nächsten Film mit Bruce Willis.

    Claus-Peter Tiemann, AP

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