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  • Kritik: "Fools rush in - Herz über Kopf"

    Frankfurt/M (AP) Das Schicksal schlägt vor einer Toilettentür in Las Vegas zu: Alex, Bauleiter aus New York, trifft die schöne Mexikanerin Isabel in einer Warteschlange. Mit dem ersten tiefen Blick aus schwarzen Augen erreicht sie, daß er sie vorläßt. Dann kommt, was kommen muß: ein stürmischer One-Night-Stand. Nach drei Monaten sucht Isabel Alex wieder auf, um ihm mitzuteilen, daß sie schwanger ist. Der fängt nun richtig Feuer, und die beiden finden sich bald vor dem Traualtar wieder. Das richtige Kennenlernen fängt erst jetzt an. Davon handelt die unterhaltsame, gekonnt leicht inszenierte Liebeskomödie "Fools rush in - Herz über Kopf", die am nächsten Donnerstag in die Kinos kommt.

    Gegen die Macht der Liebe ist man hilflos, singt Elvis Presley: "Wise men say only fools rush in, but I can't help falling in love with you." ("Kluge Menschen sagen, nur Narren überstürzen die Dinge, aber ich kann nichts dagegen tun, mich in dich zu verlieben.")

    Daß Alex von der wunderschönen Isabel um den Verstand gebracht wird, können die Zuschauer vom ersten Moment an verstehen. Der mexikanische Serienstar Salma Hayek - sie war neben Antonio Banderas in "Desperado" zu sehen - überstrahlt alles mit ihrer Attraktivität, aber auch ihrer glaubwürdigen Verkörperung der Frau, die an spirituelle Dinge glaubt und weiß, was sie will. "Dieser Film lebt und stirbt mit Salma Hayek", meint auch Regisseur Andy Tennant, der gleich mit seinem ersten Spielfilm "Eins und eins macht vier" mit Kirstie Alley großen Erfolg hatte.

    Alex ist der Typ großer charmanter, zurückhaltender Junge, ein alltäglicher New Yorker, der sich immer auf seinen Job konzentriert hat. Während der Monate, die er in Las Vegas arbeitet, lebt er in einem unpersönlich ausgestatteten Reihenhaus, das mit seinen weißen Wänden und seiner Kahlheit Inbegriff einer Junggesellen-Grundausstattung ist. Als Alex kurz nach der Hochzeit nach Hause kommt, haben die Verwandten Isabels die Räume im farbenprächtigen mexikanischen Stil neu gestaltet.

    Die Konflikte, die beim Zusammenprall der beiden Kulturen entstehen, erschüttern die Beziehung nicht wirklich. Vielmehr schöpft der Film daraus eher die heiter-komischen Momente - etwa wenn die fünf älteren Brüder Isabels Alex zum Jagen mitnehmen. Dramatisch wird es, weil Alex notwendige Auseinandersetzungen scheut. Seinen Eltern hat er die Hochzeit verschwiegen, so daß sie ihre Schwiegertochter zunächst für die Putzfrau ihres Sohnes halten. Und als Alex seiner Frau verheimlicht, daß er früher als geplant nach New York zurückkehren muß, kommt es zum großen Knall.

    Paarprobleme wie diese sind schon in unzähligen Filmen und TV-Serien in allen möglichen Variationen durchgedreht worden. Und in manchen Augenblicken von "Fools rush in" wird man daran stark erinnert. Daß es eine Love-Story in umgekehrter Reihenfolge ist, hebt sie noch nicht aus all den Boy-Meets-Girl-Geschichten heraus.

    Einiges ist zu glatt und klischeehaft geraten wie Isabels mexikanische Familie, die natürlich romantisiert wird. Die Filmproduzentin Anna Maria Davis sagte dazu: "Ich denke, daß sich das Latino-Publikum mit vielen Situationen in dem Film identifizieren kann." Hollywood scheint den Markt der wachsenden lateinamerikanischen Bevölkerung in USA - mehr als ein Viertel der Kalifornier sind Hispanics - zu entdecken.

    Die Begegnung der lebenslustigen, erdverbundenen Latino-Familie mit den versnobten Bildungsbürgern, die Alex' Eltern sind, ist wirklich komisch. Dazu trägt ganz wesentlich Jill Clayburgh bei. Ihre Darstellung der alkoholzugeneigten Mutter von Alex, die dadurch noch abwesender in ihrer vergeistigten Attitüde wirkt, ist einfach umwerfend.

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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