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  • Kritik: Flache Geschichte, harte Rhythmen

    Die letzte Figur ist getanzt, Chef-Cheerleader Torrance reißt die Arme hoch - und verliert ihr Oberteil. Mit diesem Albtraum beginnt der Film "Girls United", der ab dem 9. November in die Kinos kommt. Danach wirbeln meist leicht bekleidete Mädchen bei Rock- und Hip-Hop-Musik akrobatisch über die Bühnen.

    Regisseur Peyton Reed lässt in seinem Spielfilmdebüt kaum etwas aus, was einen erfolgreichen Teenagerstreifen ausmachen könnte: Unter der kalifornischen Sonne streiten und lieben sich schöne Jugendliche, fahren in chromblitzenden Schlitten und hausen in luxuriösen Villen.

    Es sind herrliche Bilder und groovende Rhythmen, die die trübe Herbststimmung sofort wegblasen könnten, wenn da nicht die Spielhandlung wäre. Wettkämpfe zwischen Cheerleader-Gruppen scheinen Drehbuch-Autorin Jessica Bendinger nicht gereicht zu haben. Also nimmt sie eine Prise Rassenkonflikt-Problematik mit hinein, um einen Kampf zwischen Schwarzen und Weißen konstruieren zu können.

    Die Geschichte ist schnell erzählt: Die reichen, weißen Sportler sahnen bei Wettkämpfen alle Preise ab - allerdings mit einer Choreografie, die sie der armen, schwarzen Konkurrenz zuvor geklaut hatten. Die daraus resultierenden Konflikte reduzieren sich auf Klischees: Erst will man sich schlagen, dann folgen Provokationen, am Ende reichen sich die Chefinnen beider Formationen voller Achtung die Hände.

    Natürlich darf in einem solchen Film auch ein kleiner Bruder nicht fehlen, der Cheerleader Torrance furchtbar nervt und beispielsweise private Telefonate einfach mithört. Dabei sind auch zwei zickige Mädchen, die die von Kirsten Dunst überzeugend dargestellte Hauptdarstellerin aus der Tanz-Truppe mobben wollen. Das Böse schlechthin stellt jedoch der Choreograph Sparky dar. Er klappst den Mädchen auf den Po und regt sich über deren angeblich hässliches Äußeres auf. Da passt es nur allzu gut, dass der düstere Mann auch noch tablettensüchtig ist.

    Sobald die Tänzer bei harten Rhythmen trainieren, ist die flache Story vergessen. Fantastisch, wie dreistöckige Pyramiden gebildet werden, Mädchen Salti schlagend zur Erde fliegen und Männer sie wieder empor schleudern. Es ist nicht ausschließlich das weibliche Geschlecht, das beim Cheerleading beteiligt ist. Auch männliche Jugendliche sind dabei und müssen die Lästereien ihrer pubertierenden Mitschüler erdulden. Ein Mann als Tänzer, der kann doch nur schwul sein, lautet ihr Vorurteil. Es bestätigt sich postwendend.

    Eigentlich erinnert der Film an Videoclips in Viva oder auf MTV. Die Mischung aus Bildern und Musik macht ihn zum Erlebnis. Allerdings sind die Passagen zwischen den Tanzszenen überflüssig wie die Werbung der Musiksender - mit dem Unterschied, dass im Kino nicht einfach weggezappt werden kann.

    Holger Mehlig, AP

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