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  • Kritik: Film-Großmutter Shirley MacLaine:

    Hamburg (dpa) - "Wo sind die Filme, die etwas über das Leben erzählen?" Shirley MacLaine, die diese Frage stellt, sieht momentan in den Kinos "zu viele Thriller, High-Tech- und Fantasy-Filme", zu wenig über Dinge, die wirklich wichtig sind. Geradezu randvoll mit existentiellen Themen ist dagegen ihre neueste Arbeit als Schauspielerin mit dem Titel "Jahre der Zärtlichkeit". Um Geburt, Sterben und Tod, Liebe, Haß und Freundschaft geht es darin. "Ich

    wollte einen Film machen über Gefühle, über eine Familie", sagt der spirituell bewegte Star in einem dpa-Gespräch, "das ist es, worum es geht."

    Als Aurora Greenway steht MacLaine im Mittelpunkt eines Rührstücks, das unter der Last der Konflikte und bedeutungsvollen Ereignisse beinahe zusammenbricht. Der Film von Regisseur Robert Harling läuft an diesem Donnerstag in den Kinos an. Am selben Tag feiert die rothaarige Entertainerin, die sich den augenzwinkernden Charme der Irma La Douce auch in robusteren Großmutterrollen bewahrt hat, ihren 63. Geburtstag.

    "Jahre der Zärtlichkeit - Die Geschichte geht weiter" führt das vor 15 Jahren mit fünf "Oscars", darunter auch einer für MacLaine, ausgezeichnete Melodrama "Zeit der Zärtlichkeit" fort. Und wie schon im ersten Film dreht sich im tränenreichen Nachfolger alles um die schwierigen Beziehungen innerhalb einer Familie, in der Geburt und Tod eng beieinanderliegen - und um eine Mutter beziehungsweise Großmutter, die die emotionalen Fäden in der Hand hält.

    Das Thema Familie ist für MacLaine, die von ihrem Mann getrennt lebt und eine erwachsene Tochter hat, ein wichtiges Anliegen. "Wir kommen doch alle aus Familien, die nicht richtig funktionieren", sagt die Künstlerin, die jahrelang mit ihrem Bruder, dem Hollywood-Beau Warren Beatty, verkracht war. "Was ich den Leuten zeigen will, ist, daß sie das mit Humor nehmen sollen." Zu Lachen gibt es in "Jahre der Zärtlichkeit" aber nicht viel. Eher weht ein Hauch jener spirituellen Erfahrung durch die Geschichte, die die an Wiedergeburt glaubende MacLaine auch in ihren esoterischen Büchern ausbreitet: "Wir lernen mehr aus Schmerzen und Versagen als aus Erfolg."

    Auroras Enkel, deren Mutter an Krebs gestorben ist, sind erwachsen geworden und haben ihre Probleme mit dem Leben. Dank haben sie nicht übrig für ihre eigensinnige Großmutter. Vor allem Melanie (Juliette Lewis) wehrt sich aggressiv gegen die Fürsorge ihrer dominanten Oma in flattrigen Blümchenkleidern und haut ab. Frustriert und enttäuscht zieht sich Aurora zurück, flüchtet in Erinnerungen. Erst nachdem ihr ein junger Therapeut eine höchst zweifelhafte, aber erfolgreiche Liebestherapie verpaßt hat, entdeckt sie ihren alten Elan und kümmert sich toleranter und reifer als zuvor wieder um Familie und Nachbarschaft.

    Shirley MacLaine sieht ihre neue Filmrolle als beispielhaft an. "Spiritualität hat es für mich einfacher gemacht, mit der Welt zurechtzukommen. Ich habe immer das Gefühl, von Gott geleitet zu werden", betont sie - und macht dennoch keine Sekunde lang den Eindruck, den Boden unter den Füßen verloren zu haben.

    Von Karin Zintz, dpa

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