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  • Kritik: "Fever Pitch": Verfilmung des Erfolgsromans über einen Fußballfan

    Hamburg (dpa) - Ein begeisterter Fußballfan, der gleichzeitig ein erfolgreicher Schriftsteller ist - so etwas kann es nur in England geben. Nick Hornby, dessen Bestseller "Fever Pitch. Ballfieber - Die Geschichte eines Fans" am Donnerstag (4.9.) in der Verfilmung von David Evans in die deutschen Kinos kommt, ist der Prototyp eines leidenschaftlichen Fans. Seine Bücher jedoch können auch für Menschen, die eigentlich nichts mit Fußball am Hut haben, unterhaltsam und spannend wie ein Meisterschaftsspiel sein.

    "Fever Pitch" ist eine Art Autobiographie von Hornbys Leben als Fan des Clubs "Arsenal London". Sein Dasein wird bestimmt von den Siegen und Niederlagen "seines" Vereins. Wann immer "Arsenal" gewinnt, ist die Welt in Ordnung, verliert der Club jedoch, dann verdüstert sich auch die Stimmung des Fans Nick Hornby bis zum nächsten Spiel. "Das Buch ist die Beschreibung der Gedankenwelt eines Besessenen, und der Besessene bin ich selbst", erzählt er.

    Die heitere Verfilmung rückt die Liebesgeschichte des Fußballfans Paul, der von seinen Freundinnen absolute Selbstaufgabe fordert, mit Sarah in den Mittelpunkt. Sie lehrt Paul das Lieben und begreift, was Fußball alles bedeuten kann...

    In der komplexeren Buchvorlage "Fever Pitch" schildert Hornby in zahlreichen witzigen und nachdenklichen Anekdoten die Stationen seines Lebens: die Scheidung seiner Eltern, den tristen Alltag in der Vorstadt, das lustlose Lehramtsstudium und seine schwierigen Beziehungen zu Frauen. Und wie ein roter Faden zieht sich durch diese Lebensgeschichte das Auf und Ab von "Arsenal London" - des Vereins, dem Hornby quasi sein Leben verschrieben hat.

    Seit dem großen Erfolg von "Fever Pitch" widmet sich Hornby nun ganz dem Schreiben, seinen Beruf als Lehrer hat er an den Nagel gehängt. "Auch die Verleger waren vom Erfolg des Buches überrascht, sie hatten immer gedacht, Fußballfans könnten nicht lesen", berichtet er von anfänglichen Vorurteilen. Inzwischen wurden in England mehr als 250 000 Exemplare von "Fever Pitch" verkauft; in Deutschland ist das Buch bereits in der siebten Auflage erschienen. Die Hardcover- Ausgabe erschien bei Rogner Bernhard (28 Mark), das Taschenbuch bei Kiepenheuer Witsch (19,80 Mark).

    Wer für Geschichten rund ums Leder jedoch gar nichts übrig hat, der sollte Hornbys zweites Buch "High Fidelity" lesen. Auch hier geht es um einen Besessenen, doch Rob, der Anti-Held des Romans (Kiepenheuer Witsch, 39,80 Mark) ist nicht dem Fußball, sondern der Musik verfallen. "'High Fidelity' ist aber keine Musik-Version von Fever Pitch", betont Hornby. "In 'High Fidelity' geht es um einen Typen und seine Beziehung zu Frauen, nicht um die Musik, die er hört."

    Und Robs Beziehung zu Frauen sind nicht gerade die unkompliziertesten. "Von allen Menschen, die ich kenne, haben diejenigen am wenigsten Glück in der Liebe, denen Popmusik am meisten bedeutet", sagt Rob, und für ihn als Besitzer eines kleinen, aber exklusiven Plattenladens bedeutet Pop natürlich eine Menge. Dementsprechend unglücklich verlaufen denn auch seine Beziehungen zum anderen Geschlecht. "High Fidelity" erzählt mit viel Scharfsinn und Ironie, wie schwierig es auch für zwei sich liebende Menschen sein kann, eine glückliche Beziehung zu führen.

    Inzwischen hat Hornby sein drittes Buch fertiggestellt, das Anfang nächsten Jahres zunächst in England erscheinen soll. Der Titel des neuen Romans steht noch nicht fest. Daß es wieder um Beziehungen geht, verrät Hornby schon jetzt: "Es handelt von einem Typen und einem Kind, und davon, um wieviel komplizierter die Beziehungsgeflechte heutzutage sind. Für Kinder ist es etwas neues, sich mit so vielen Bezugspersonen auseinandersetzen zu müssen, die ins Leben ihrer Eltern treten und dann oft sehr schnell wieder von der Bildfläche verschwinden."

    "Ein Fan denkt nicht an Wechsel"Auch nach seinen literarischen Erfolgen ist Hornby ganz der Kumpel von nebenan geblieben, der mit zerrissener Jeans und Fußballshirt herumläuft und immer eine Anekdote auf Lager hat. Immer noch wohnt er im Londoner Stadtteil Arsenal, einer bunten Mischung von Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft, und noch immer ist sein Terminplan von den Spielen seines Lieblingsclubs bestimmt. "Das ist der Unterschied zwischen Beziehungen zu Frauen und zu Fußballclubs", philosophiert er über seine Treue zu Arsenal: "Ein Fan denkt nicht an Wechsel. Ich werde sicherlich niemals aufwachen und sagen: jetzt habe ich genug von Arsenal, ab Morgen werde ich Liverpool-Fan!"

    Von Peter Zöttl, dpa

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