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  • Kritik: Fernseh-Kultserie der 60er hebt ins Kino ab

    Wenn Dietmar Schönherr alias Major Cliff Allister McLane 1966 am Bleistiftspitzer drehte, startete sein "Raumschiff Orion" zu neuen Abenteuern in den "Niemandsraum". Millionen Zuschauer gingen damals im Fernsehsessel mit der Orion- Crew auf die Reise, um die Welt gegen angriffslustige "Exoterristen" zu verteidigen.

    Die erste deutsche und kontinentaleuropäische Science-Fiction-Serie eroberte schnell die Herzen der Fans. Als nach sieben Fernsehfolgen Schluss war, hatten diese sich bereits so für die "Raumpatrouille" begeistert, dass sie die Münchner Produktionsfirma Bavaria Film mit Drehbuchentwürfen für eine Fortsetzung des galaktischen Fernseherlebnisses bestürmten - erfolglos, doch das Orion-Fieber hält bis heute die Fanclubs am Leben.

    An Schnittstellen tritt "Nachrichtenoffizier" Elke Heidenreich ins Bild

    Getreu dem Serien-Motto "Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein", hat die Bavaria Film jetzt nach knapp 40 Jahren einen "Producer's Cut" ihrer erfolgreichen Serie gewagt und ihr als Kinofassung zum Neustart verholfen. Aus den sieben Episoden wurde durch Kürzungen eine abgeschlossene Spielfilmhandlung komponiert. An dramaturgischen Schnittstellen tritt Kolumnistin und Autorin Elke Heidenreich (60) - im originalgetreuen Orion-Look mit Ganzkörper-Raumanzug und Bienenstock-Frisur - als Nachrichtenoffizier Helma Krap auf und sorgt mit "breaking news" aus dem Universum für die Überleitungen.

    Die Kinofassung "Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino" soll sowohl bei den Nostalgikern als auch den Retro-Fans landen. Bei den Orionauten der ersten Generation, die bereits in den 60er Jahren den Raumkoller bekamen, genauso wie bei den jungen Sci-Fi-Fans, die über computeranimierte High-Tech-Spezialeffekte in "Matrix" fachsimpeln, aber auch die handgemachte Brausetabletten-Tricktechnik der Orion- Macher "cool" finden.

    Zugeständnis an MTV-Generation: in Punkto Musik und Schnitt vorsichtig aufgepeppt

    Ein Zugeständnis an die Sehgewohnheiten der MTV-Generation: die Kinoversion wurde in Punkto Musik und Schnitt vorsichtig aufgepeppt. Die langen Einstellungen und über weite Strecken musiklosen Szenen, die damals der Fernsehserie Ernsthaftigkeit und einen theaterhaften Gestus verliehen, sind pass�. Das Schnitttempo hat sich in der Kinoversion deutlich beschleunigt. Auch Peter Thomas' legendärer Filmsound wurde überarbeitet und klingt moderner und partytauglicher denn je.

    Zur Uraufführung in München traf sich Anfang Juli mit Dietmar Schönherr, Eva Pflug, Wolfgang Völz und F.G. Beckhaus fast die komplette Orion-Besatzung, um in Erinnerungen an die damaligen Dreharbeiten zu schwelgen. Dass die "Raumpatrouille" einmal Kultstatus erlangen würde, war Dietmar Schönherr (77) schon bald nach der Erstausstrahlung klar: "Sogar an Tankstellen hat man mich mit den Worten "Commander, darf ich ihnen helfen?" begrüßt." Alle Schauspieler sind gespannt, wie das Publikum von heute den "Produzentenschnitt" ihrer Weltraumabenteuer aufnehmen wird.

    Orion-Fans sahen Premiere mit kritischem Blick

    Die Orion-Fans sahen die Kinoproduktion bei der Premiere mit kritischem Blick. Natürlich hat das gestrenge Fachpublikum, das sich in zahlreichen Internetforen über den neuesten Stand der "Orion- Forschung" austauscht, in den Kürzungen und Handlungsumstellungen prompt kleine Ungereimtheiten entdeckt. Und wie kann Elke Heidenreich in der "Sternenschau" nur von "General Villa" statt korrekt von "Oberst Villa" sprechen? Aber die beliebte Autorin hatte bereits bei der Uraufführung für ihren "serienfremden" Auftritt im Film bei den Fans um Verständnis geworben, und so sind ihr die "Orion-Puristen" größtenteils wohlgesonnen.

    Christine Kokot, dpa

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