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  • Kritik: "Female Perversions" - Leinwandversion eines psychologischen Bestsellers

    Frankfurt/M (AP) Eve wirkt auf ihre Mitmenschen sehr selbstbewußt, ja sogar arrogant. Eve mag es, andere zu verunsichern und herauszufordern. Liiert ist sie mit John, einem aufstrebenden Experten für Erdbeben in Kalifornien. Beide haben eine lustbetonte sexuelle Beziehung, zu deren Gelingen Eves erotische Provokationen entscheidend beitragen.

    Der amerikanische Film "Female Perversions", dessen Hauptfigur Eve ist, gibt einen eigenwilligen Einblick in eine noch wenig bekannte Welt der weiblichen sexuellen Obsessionen. Gemacht und gespielt von Frauen, ist es ein ungewöhnlicher Film geworden. Er wird sich zwar gegen die leichtgängige Kinoware nur schwer behaupten können, sollte aber in Programmkinos sein Publikum finden.

    Ideal besetzt ist die Rolle der Eve mit Tilda Swinton. Wie in ihrem früheren Leinwanderfolg "Orlando" fasziniert sie mit ihrer zarten, leicht androgynen Schönheit den Betrachter. Tilda Swinton ist ein Chamäleon. Ständig in einer anderen Pose, die Gestik und Mimik unentwegt wechselnd, ist sie das Zentrum des Films. Amy Madigan als ihre Filmschwester Madelyn kann neben der herausragenden Swinton trotzdem gut bestehen. Insbesondere den wunderschön komponierten Bildern verdankt der Film seine Wirkung.

    Bemerkenswert die unterschiedlichen Farbeinstellungen: Dunkle, düstere Bilder sowie klare, helle Farben illustrieren den jeweiligen Gemütszustand der Heldin. Eve, die in Los Angeles lebt, wird trotz sexueller Erfüllung und beruflicher Erfolgsfassade von schweren Selbstzweifeln geplagt: Immer wieder hat sie den Traum von einer schrecklich entstellten, unförmigen Frau. Das stürzt sie in eine tiefe Identitätskrise, deren Wurzeln letztlich in die Kindheit und dem Kampf um und mit den Eltern zurückreichen.

    Überzeugend ist es Regisseurin Susan Streitfeld gelungen, den gleichnamigen US-Bestseller von Louise J. Kaplan zu verfilmen. Er beschäftigt sich mit vielerlei Problemen wie mangelndem Selbstwertgefühl, erotische Phantasien, die vermeintlich bislang der Männerwelt vorenthalten waren, sowie innerer Vereinsamung aus mangelnder menschlicher Kommunikation.

    Der Film macht Frauen Mut, ihre Sexualität und Sehnsüchte auszuleben. Er zielt auf ein anspruchsvolles Publikum. Voyeure werden nicht auf ihre Kosten kommen. Aber für die ist "Female Perversions" ja auch nicht gemacht, denn es ist ein Film für Frauen, aus dem Männer etwas Neues über das schönere Geschlecht erfahren können.

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