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  • Kritik: Fauler Zauber mit Weltstar Jeremy Irons

    Jeremy Irons als Obermufti

    Man fürchtet allerdings, dass sie schon beim Hinsehen zusammenbrechen, so sehr riecht es nach Attrappe. Und so ganz blickt man auch nicht durch, zu welchem Herrn die jeweiligen Drachen gehören. Die krude Geschichte geht in etwa so: Das Land der Izmer wird vom Rat der Magier regiert. Die junge Kaiserin Savina will für mehr Demokratie kämpfen und legt sich dabei mit dem mächtigsten Zauberer, Profion (Jeremy Irons), an, der selbst nach der Macht greift.

    Savina benötigt einen Super-Duper-Zauberstab, um Profions Absichten zu durchkreuzen. Per Zufall werden zwei junge Diebe, die in eine Zauberwerkstatt einbrechen, und eine smarte Zauberschülerin, zu ihren Helfern. Mit Hilfe einer Zauber-Karte, eines Zauber-Rubineies, Zauberspiegels, Zauberschwertes und jede Menge Zauberpulvers, holpert das Opus mühsam zum Showdown. So viel fauler Zauber ist selten zu sehen: Wenigstens ein bisschen Fantasie dürfte man von einem Fantasy-Film doch erwarten.

    "Dungeons Dragons" ist ein weltbekanntes Rollenspiel, in dem der Zickzackkurs sich aus dem Spielverlauf ergibt. Doch für eine Verfilmung gelten andere Gesetze, und so gesehen, ist es schon dreist, wie viel unzusammenhängende Szenen dem Zuschauer zugemutet werden. Zudem sind sie schlecht geklaut aus allzu bekannten Filmen, Romanen und Märchen. Profion ist zum Beispiel ein Verschnitt aus Harry Potters "Lord Voldemort" und "Darth Vader" aus "Star Trek" samt Vater-Sohn-Legende.

    Relativ brutale Sequenzen sollen action-gewöhnte junge Zuschauer bei Laune halten. Ein paar Schwertkämpfe später weiß man aber immer noch nicht, wer das längste Schwert hat. Immer neue Figuren tauchen auf, Elfen, Zwerge, an Hieronymus Bosch und "Herr der Ringe" angelehnte Fabelwesen, und in all dem Trödel finden sich auch ein paar reale Schauspieler, tapfere Gesellen, die etwas verspannt wirken. Einer - er gehört zu den Bösen - muss blau fluoreszierenden Lippenstift tragen, und das ist das originellste Detail, was sich dieser lahme Mummenschanz erlaubt.

    Thora Birch als kindliche Kaiserin war zuletzt als Tochter von Kevin Spacey in "American Beauty" zu sehen. Hier ist sie so ausdrucksvoll wie eine Topfpflanze. Das größte Rätsel dieses verwirrenden Streifens ist aber die Anwesenheit von Jeremy Irons als Obermufti. Kann er seine Miete nicht mehr zahlen, wurde er erpresst, wollte er schon immer mal einen wehenden Umhang tragen? Sein melancholischer Blick über ausgezehrten Wangen, der so gut zu feinsinniger Filmkunst passt, hat etwas Fiebriges. Um ihn sollte man sich wirklich Sorgen machen.

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