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  • Kritik: "Farinelli":Geschichte eines Barock-Stars

    Er war eine Kultfigur des 18. Jahrhunderts, mehr verehrt und umschwärmt als seine Zeitgenossen Bach, Händel oder Mozart: Carlo Broschi (1705-1782), besser bekannt unter seinem Künstlernamen Farinelli. Er verfügte über einen Stimmumfang von mehr als dreieinhalb Oktaven. Und wenn er seine Kunst "messa di voce", das An- und Abschwellen-Lassen eines Tones, zur Schau stellte, dann flossen im Publikum die Tränen, und die Damen sanken gleich reihenweise in Ohnmacht. Doch Farinelli, der mit seiner Stimmvirtuosität die Frauen betörte, war ein Halbmann, ein Kastrat.

    Ein Phänomen, abseitig und vom Heute weit genug entfernt, um daraus einen interessanten Film über eine fremde, faszinierende Welt zu drehen. Man hätte etwas zeigen können von der barocken Begeisterung für das Androgyne. Oder auch etwas von den sozialen Bedingungen, die Eltern dazu veranlaßten, ihre Söhne der barbarischen Prozedur der Kastration in der sich selten erfüllenden Hoffnung auf eine glanzvolle Sängerkarriere zu unterziehen. Doch Regisseur G�rard Corbiau hat statt dessen ein unerhebliches Kostümspektakel in Szene gesetzt.

    Im Mittelpunkt ein Bruderkonflikt zwischen Carlo und Riccardo Broschi. Der eine der Star, der andere ein mäßiger Komponist, der einst den Hochbegabten um das brachte, was einen Mann ausmacht - eine verquast-symbiotische Bruderbeziehung. Am Ende zeugt Riccardo für seinen impotenten Bruder ein Kind mit dessen geliebter Frau. Die Kamera zeigt einen glückselig den schwangeren Bauch streichelnden Farinelli. Edelkitsch - schade um das vertane Thema.

    Minuten. FSK: Frei ab 12 Jahren. Startet mit 55 Kopien. Regie: G�rard Corbiau. Musik: Riccardo Broschi, Georg Friedrich Händel, Johann Adolf Hasse u. a. Kamera: Walther Vanden Ende. Darsteller: Stefano Dionisi, Enrico Lo Verso, Elsa Zylberstein.

    Minuten. FSK: Frei ab 12 Jahren. Startet mit 55 Kopien. Regie: G�rard Corbiau. Musik: Riccardo Broschi, Georg Friedrich Händel, Johann Adolf Hasse u. a. Kamera: Walther Vanden Ende. Darsteller: Stefano Dionisi, Enrico Lo Verso, Elsa Zylberstein.

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