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  • Kritik: Farbenpracht, Kampfkunst und Romantik

    Meisterwerke wie "Das rote Kornfeld" haben den chinesischen Regisseur Zhang Yimou (51) weltweit als Philosophen des Kinos bekannt gemacht. Sein Markenzeichen: Kunstvoll erzählte sozialkritische Geschichten. Mit "Hero" versuchte er sich erstmals an einem Action-Film. Prompt gelang ihm Außergewöhnliches.

    Die märchenhafte Fabel spielt vor rund 2000 Jahren - der "Zeit der großen Kriege". An deren Ende stand die gewaltsame Einigung des Reichs unter dem Herrscher Qin. Dieser (historisch verbürgte) erste Kaiser von China ist von vielen Legenden umgeben. Eine ideale Voraussetzung für einen Film voller Farbenpracht, Kampfkunst und Romantik.

    Im Zentrum stehen der Kaiser (Chen Dao Ming) und der Schwertkämpfer "Namenlos" (Jet Li). Drei der ärgsten Feinde Qins hat er besiegt. Er berichtet seinem Herrn, wie die Heldentaten gelangen. Dank einer wundervollen Film-Sprache werden die Erinnerungen in einem wahren Rausch der Bilder lebendig. Doch es ist eine vertrackte Sache mit dem Erzählen: Es zeigt sich nämlich, dass mehrere Varianten des Geschehens denkbar sind. Der Film illustriert drei Blickwinkel, was die Spannung beträchtlich steigert.

    Schwertkampf mit Regentropfen, Blätterwirbel und Pfeilhagel

    Seinen Anspruch formuliert der Regisseur so: "Ich wollte das Genre in eine neue Richtung lenken, hin zu einer Reduzierung von Gewalt." Die Kampfszenen sah Yimou als besondere knifflige Aufgabe an: "Man hat im Film weniger als eine Sekunde, um eine Schwertbewegung zu illustrieren. Das ist eine echte Herausforderung. Da muss einem schon was Besonderes einfallen, wenn man das Publikum verblüffen möchte."

    Zhang Yimou verblüfft mit Ruhe. So dehnt er etwa die zeitlichen Abläufe, indem er zwischen die Schwertaktionen Regentropfen schneidet, Blätterwirbel, Pfeilhagel, Wasserläufe. Der Effekt ist verblüffend: Das Geschehen verwandelt sich in ein fast mystisches Ballett aus Raum und Zeit, menschlicher Leidenschaft und Leiden. Atemberaubende Landschaftsbilder, opulente Ausstattung, raffinierter Lichteinsatz und ein ausgeklügeltes Farbkonzept komplettieren die ganz auf Stilisierung setzende Ästhetik.

    Soll der Held auch einem Tyrannen sein Leben opfern?

    Neben der Freude am Formalen fordert der Film auch Widerspruch heraus. Denn die Story legt es nahe, dass ein Held auch einem Tyrannen sein Leben opfern sollte, wenn er damit dem Gedeih der Nation dient. Da Kaiser Quin als einer der brutalsten Herrscher in der Geschichte des Reichs der Mitte gilt, ist diese Botschaft umstritten. Chinesische Bürgerrechtler haben protestiert, die Kritiker streiten. Die Zuschauer reagieren angesichts der optischen Opulenz jedoch begeistert, selbst viele, die ansonsten Filme mit dem Etikett "Action" meiden.

    Peter Claus, dpa

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