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  • Kritik: Familienkomödie zum Schmunzeln

    Mister Bean hat gewonnen. Bei der Lotterie in seiner Kirchengemeinde zog der englische Tollpatsch den Hauptgewinn: Eine Woche Urlaub an der französischen Mittelmeerküste. Das Problem ist nur - wie kommt er da hin?

    Von seiner chaotischen Fahrt quer durch Frankreich handelt der Film «Mr. Bean macht Ferien». Der britische Komiker Rowan Atkinson gibt wie gewohnt den naiv-charmanten Tölpel und bringt wortarm und gestenreich seine Gegenüber zur Verzweiflung. Auf der Reise verliert er Koffer, Pass und Fahrticket, bekommt aber Hilfe von einem russischen Jungen und einer hübschen Französin (Emma de Caunes, «The Science of Sleep»). Immer wieder kreuzt er die Wege eines selbstherrlichen amerikanischen Regisseurs, gespielt von Willem Dafoe («Spiderman»).

    Mit schwarzem Humor wurde Atkinson in der britischen Serie «Black Adder» zu Beginn der 80er Jahre bekannt. 1990 kam dann «Mr. Bean» ins Fernsehen. Die Serienfigur ist ein Sonderling, der auch in Alltagssituationen stets über die eigenen Füße stolpert. Bean macht Albträume bis jenseits der Schmerzgrenze wahr. Er schließt sich nackt aus dem Hotelzimmer aus oder demoliert in der Bibliothek guten Willens ein uraltes Buch. Das ist gute, komprimierte Situationskomik mit Kultstatus.

    In «Mr. Bean macht Ferien» versucht Regisseur Steve Bendelack, die bitterböse Komik der Fernsehepisoden auf die Kinoleinwand hinüberzuretten. Zumindest den handzahmen Vorgängerfilm «Bean» (1997) übertrifft er. Damals war die Hauptfigur ein kindgerechter Trottel, der niemandem schadet, nicht einmal sich selbst. An der Kinokasse ging die Rechnung auf: Nach Angaben der Produzenten war der Film mit einem Einspielergebnis von 260 Millionen Dollar ein großer Erfolg.

    Auch die neue Komödie ist Popcornkino für die ganze Familie. Bean schließt auf seiner Reise Freundschaft mit einem russischen Jungen, der seinen Vater sucht. Die Nebenhandlung mit einem selbstverliebten US-Filmemacher bietet gelungene Abwechslung. Dabei blitzt gelegentlich eine Prise schwarzer Humor auf. Auf der Fahrt durch Frankreich gerät Bean zufällig in die Filmaufnahmen für einen Werbespot. Darin lässt sich eine französische Schönheit auch von finsteren Wehrmachtsoldaten nicht vom Jogurt-Genuss abhalten. Bean, der sich kindisch über die schicken Uniformen freut, sprengt mit seinem unbedarften Einsatz als Statist das Set buchstäblich in die Luft.

    Doch jeder zündende Gag wird in die Länge gezogen. Auf einer nächtlichen Fahrt im Auto sitzt Bean am Steuer und wird müde. Seine abrupte, plötzliche Einschlafbewegung ist ungewöhnlich und durchaus witzig. Danach wird derselbe Gag vier Mal wiederholt. Außerdem ist der chaotische Engländer stolz auf seine Sprachkenntnisse: Er antwortet «Oui» und «Non» und bedankt sich artig mit «Gracias». Immer wieder sagt er überraschten Franzosen das spanische Wort. Solche Running Gags sind keine großen Lacher - aber immerhin bringen sie den Zuschauer zum Schmunzeln. So ist es mit dem ganzen Film. Er ist kein Hauptgewinn, aber zumindest keine Niete.

    Wolf von Dewitz, dpa

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